Sonntag, Juli 19, 2009

Lizchens Vanille-Hefebuchteln



Lizchens Vanillebuchteln


Haben alle die Samstags-UM-Frage beantwortet? Naaaa ? Da schauen ja noch ein paar so schuldbewusst und weit weg in die Luft ? Jetzt aber husch husch.... Die Abstimmung zur Samstags-UM-Frage läuft zwar wie immer 6 Tage bis zur nächsten, aber da fehlen doch noch ein paar Stimmen. Los, los. Je mehr, je lieber. Und diese Wahl tut auch gar nicht weh - wie vielleicht eine andere manchem, der vor oder nach dem 27.9.2009 Kopf- oder Bauchweh spüren könnte *Scherz*

Garantiert kein Kopfzerbrechen und kein Bauchweh verursachen diese Buchteln, von denen ich Ihnen am Samstag ja das Rezept versprochen habe. Die machen nicht mal Bauchweh, wenn Sie - wie es mir diesmal passierte - erst beim Telefon-Kaffee-Geplauder mit netten Menschen nebenbei eine naschen, davon ganz hinterLIZtig dem schmachtenden Gesprächspartner in der Leitung erzählen wiiiiiiiiie lecker die sind und natürlich auch, wie die zubereitet werden. Und JUST IN DEM MOMENT merken, dass Sie vergessen haben, die im Rezept sonst immer verwendeten beiden Eier zu verarbeiten.
Was mir hätte auffallen können - denn der Teig schien mir doch ein wenig fest. In der Annahme, dass ich eventuell das Mehl im Messbecher vielleicht ein wenig ungenau abgemessen haben könnte, hatte ich allerdings dann nach und nach noch etwas Milch beim Teigschlagen hinzugefügt, das dürften ca 100 - 150 ml gewesen sein. Wenn Sie also auf Eier im Teigrezept bewusst verzichten wollen, müssen Sie ebenfalls noch etwas Milch hinzufügen !


Merke 1 : Es hat nun mal seinen Grund, warum man sich eigentlich alle Backzutaten vorher abgemessen oder doch zumindest - bei Eiern - noch in der Schale am Arbeitpatz parat legt.

Merke 2 : Nicht immer werden kleine Sünden überhaupt oder sofort bestraft - sie schmeckten ja dennoch wunderbar und lockerleicht lecker (zumindest wenn man sie mit ein wenig Gefühl beim Maß der Zutaten, die man in eine Sache legt, noch ein wenig nachJUStiert).
Denn was jeder Rührkuchen verflixt übel nimmt und zwar, indem er sich quasi zur steinernen Mahnung nach dem Backen verwandelt, verzeiht zumindest dieses Hefeteigrezept Ihnen, wie mein unfreiwilliges Experiment beweist.
Andererseits.... wer weiss, ob nicht aus solchen Missgeschicken beim Hefeteigzubereiten und der Art und Weise der Zubereitung und Behandlung des Hefeteiges die altbekannte Redensart geboren wurde, dass jemand aus Ärger "aufging wie eine Hefenudl" ;-)
Aber was macht das, wenn sie dann sooooooo süss und leckerlockerleicht sind, die kleinen verärgerten Schlingel, dass sie beim Vernaschen gleich zwei mal so himmlische Versuchungen sind. (Meine Herren, wir plaudern übrigens noch immer über Hefebuchteln.... :-)))) )

Also:
Verwenden Sie zwei Eier oder nicht,
doch diese Buchteln sind ein Gedicht.
(Autsch)

Und hier das versprochene Rezept für meine Vanille-Hefe-Buchteln:
Teig:
500 g Mehl
1 Packung Hefe, frisch (42g)
60 g Rohrohrzucker (ersatzweise anderer Zucker)
250 ml Milch, lauwarm
50 g Butter, weich
2 Eier
1 Tl Salz, leicht gehäuft
Abrieb einer halben un behandelten Zitrone
Vanilleschote, das Mark davon

Zum Backen:
Butter für das Bratreindl bzw die Auflaufform
ca 5 El Rohrohrzucker
sowie
ca 10 El zerlassenes Butterschmalz oder Butter

Glasur:
150 g Aprikosenmarmelade
ca 5-6 El Puderzucker
etwas heisses Wasser



Mehl in eine Schlag- oder andere Schüssel sieben, in der Mitte eine Mulde bilden, die 60 g Zucker teilweise in die Mulde, ansonsten ebenso wie Zitronenabrieb und Vanille und Salz über den Mehlrand verteilen.
Hefe leicht zerbröckeln und im Töpfchen mit der lauwarmen Milch (nicht heiss und nicht mehr auf der Herdplatte !!) auflösen, dann die Hefemilch in der Mitte der Mulde nach und nach mit dem Mehl und dem Zucker zum Gangerl (dem sog. Vorteig) verrühren. Sauberes Leinen über die Schüssel legen und an einem zugfreien, warmen Ort ca 15 Minuten gehen lassen.

Nach der Wartezeit das Gangerl mit den übrigen Zutaten in der Schüssel und zuletzt mit den beiden Eiern (oder eben etwas mehr Milch ca 100-120 ml) und dann der zerlassenen Butter zu einem glatten Hefeteig verarbeiten.
Erneut mit dem Leinen abdecken und weitere ca 30 Minuten gehen lassen.

Anschliessend kann der Teig verarbeitet werden. Eine Bratreine (Bratreindl oder Auflaufform) mit Butter auspinseln und mit den 5 El Rohrohrzucker ausstreuen. Meine hier verwendete Bratreine ist zwar nicht die grösste unter meinem Sortiment, aber hat schon gut ihre ca 36 x 22 cm Grösse - wenn Sie keine in dieser Grösse haben, dann nehmen's halt zwei kleinere oder Auflaufformen.
Teig aus der Schlagschüssel auf eine nur ganz leicht bemehlte Arbeitsfläche stürzen (damit er dort nicht „klebt“) und in ca 40-50 Stücke teilen. In den Handflächen zu Kugerln rollen und formen und in die Bratreine nebeneinander setzen.
Mit der zerlassenen und mit ca der Hälfte der nicht mehr heissen zerlassenen Butter bepinseln, mit dem Tuch abdecken und erneut 15 Minuten gehen lassen.

Dann erst bei 175 ° (keine Umluft) auf mittlerer Schiene im vorgeheizten Ofen goldbraun backen lassen. Zwischendurch noch einmal mit dem Rest der Butter bepinseln.
Nach dem Backen die Buchteln in der Form belassen und noch warm mit der glatt gerührten Aprikosenmarmelade aprikotieren (bepinseln).
Abkühlen lassen, dann Puderzucker mit wenig heissem Wasser zu einem Guss zähflüssig glattrühren und mit dem Löffel oder Pinsel über die aprikotierten Buchteln „sprenkeln“. Erst wenn dieser später fest ist, die Buchteln aus der Form nehmen oder hübsch auf dem rustikalen Holzbrett oder eingedeckten Bauern-Kaffeetisch direkt im Reindl auf den Tisch bringen.




Mini-Vanille-Buchteln


Varianten und Tips:
1.
Wer mag, kann die Buchteln mit je einer entsteinten Kirsche, einer Physalis oder einigen eventuell zuvor in Rum über Nacht eingelegten Rosinen oder getrockneten Cranberries füllen.
2.
Man kann sie aber ja auch sehr gut zu Kompott oder frischem Obst zum Kaffee servieren oder als Mehlspeise am traditionellen Mehlspeisentag der Woche oder eben als Dessert auf einem Fruchtspiegel angerichtet beispielsweise.
3.
Natürlich kann man die Buchteln oder Rohrnudeln auch nur mit Puderzucker bestreuen, vor allem wenn sie gefüllt sind und bei vielen Schmankerlgeniessern am Tisch am gleichen Tag verschmaust werden. Ich selbst mag sie gern bloss gezuckert. Mit dem Aprikotieren halten sie sich aber noch besser frisch und manche mögen diesen säuerlichfruchtigen Guss sehr gern.
4.
Wenn Ihnen doch einmal Buchteln übrig bleiben, dann eignen sie sich am nächsten/übernächsten Tag durchaus auch gut in Scheiben geschnitten für arme Ritter: Eigelb in einem Suppenteller oder einer flachen Schale mit wenig Milch verquirlen, die ca 1 cm dick geschnittenen Hefeteigscheiben hineinlegen und 10 Minuten ziehen lassen, wenden, weitere 10 Minuten ziehen lassen. Dann in einer beschichteten Pfanne mit etwas Butter goldbraun herausbacken, auf sauberes Leinen (Geschirrtuch oder Krepp) legen, Teller mit frischen früchten oder Kompott anrichten, die armen Ritter darauf plazieren, mit etwas Zimtzucker bestreuen und servieren.
Schlemmermäulchen geniessen gern auch Vanillesauce dazu.

© Copyright by Liz Collet
Bildquelle für RFL
und für Prints, Poster, Grusskarten, Leinwand etc hier

Kommentare:

zorra hat gesagt…

Die sehen zum Reinbeissen aus!

lavaterra hat gesagt…

Die kleinen Dinger sehen allerliebst aus. Tolle Idee! Sind schon vorgemerkt.

carinafoto hat gesagt…

Das ist jetzt wieder die Jahreszeit für Buchteln, danke für das Rezept. lg karin

carinafoto hat gesagt…

Es ist wieder so weit, für Buchteln die richtige Jahreszeit. Vielen Dank für das Rezept.
lg karin