Samstag, Juli 18, 2009

Lizchens Samstags-UM-Frage: Hefe


Regentag? Na und - gute Laune hat man und macht man sich und nicht das Wetter. Ich liebe Regentage, weil sie drinnen oder in der zunehmend zugerankten Dachgartenlaube mit der Plauderkuschelecke und dem leisen Plätschern des Brunnens richtig schön Zeit für vieles lassen. Lesen, Kochbücher schmökern, morgens den Einkaufszettel kritzeln für den Samstags-Markt-Bummel, Plaudern, Seele baumeln lassen, Manuskripte lesen und bearbeiten, Tee oder Kaffee trinken und nebenbei für diesen zum Frühstück oder Nachmittagstee/-kaffee was Leckeres in den Ofen schieben, das dann von der Cucina bis in die Laube hinaus duftend gute Laune macht. Heute ist mir da mal nach leckeren Mini-Buchteln. Die - 40 kleine Schlingel - sind bereits in einem meiner grösseren der zahlreichen Bratreindl und harren noch ein wenig ruhend ihrem letzten Zubereitungsschritt unter dem frischen Leinen und damit dem heissem Date mit Henry II, meinem Backofen entgegen.

Schnacken wir inzwischen ein wenig, und zwar über Hefe. Auch in der heutigen Wochen-Um-Frage.
Wie halten Sie es denn damit ? Trockenbackhefe, frische Hefe und wenn ja, welche?

In meiner Anfangsbackzeit gab es zwar bereits Trockenbackhefe, es galt aber irgendwie als .... verpönt, so nach dem Motto "die KANN nie so gut sein und so locker aufgehen, wie frische Hefe". (Die Meinungen darüber sind - wie ich in vielen Blogs und Küchen höre - immer noch geteilt dazu).

In meiner Studienzeit habe ich sie dann ausprobiert, natürlich von meinem Lieblingsbackzutaten-Hersteller, nach dessen Backbuch man ja von Kindesbeinen an "Backen lesen lernte". Man möge es mir nachsehen, aber er hat sich mit Ausnahme einzelner Produkte von Konkurrenzherstellern einfach am besten für mich bewährt. (Dazu und Vergleich einiger Produkte mal gelegentlich an anderer Stelle).
Diese Trockenbackhefe gelang auf Anhieb und wurde sehr beliebt in meinem Studenten-Vorratsschrank, weil sie die Backschritte verkürzte und jederzeit parat war und regelmässig problemlos Rezepte auf 500g Mehl-Menge bemessen umsetzen liess, wie sie für Zopf mit und ohne Füllungen, Osterfladen, das Blech für den Datschi und Butterkuchen etc benötigt wurde.

Vor etwa 2 Jahren probierte ich dann für die Vanillerahmschnekerln aus dem gleichen Herstellerhaus Hefe Garant- eigentlich noch eher skeptisch, weil sie das "Gehen" von Gangerl und Teig und zubereitetem Gebäck auf nur EINmaliges Gehen des zubereiteten Gebäcks vor dem Backen verkürzte. Probierte sie schlicht, weil sie mir als Warenprobe in die Hände und ins Haus geflattert war. Aus Neugier, wie ich einfach immer gern mal Neues unter Produkten und Zutaten ausporbiere. Sie begeisterte spontan, weil sie tatsächlich sehr unkompliziert und schnell die Verarbeitung ermöglicht. Und natürlich auch nicht nur süsses Gebäck wie den Zimt-Schneckerln, sondern auch herzhaftes für Pizze, herzhafte Pizza-Muffins zum Salatteller, Pizzaschnecken, Salatschneckerl etc. Und wenn dbmS und seine Freunde mal hier sind, kann es durchaus hilfreich sein, mal eben eine Pizza selber und recht zügig vor- und zubereiten zu können, wenn mal keine im TK-Fach ist oder nicht genügend davon. "Jungs" in dem Alter sind wenn immer sofort und dann auch sehr hungrig. Mütter von Söhnen wissen, wovon ich spreche. Die anderen müssen es glauben.

Nur eines stört mich an der Hefe Garant: sie ist - ohne dass ich verstehe, warum eigentlich - bemessen für Mehlmenge 375g. In manchen Backbüchern wird in den letzten Jahren entsprechend das Rezept auch nur noch auf 375 g Mehl angegeben.

Ist das die neue Form des Selbstbetruges oder der Selbstdisziplinierung, der trickreichen Reduktion der und bei der Kalorienzufuhr ? Oder ist es nur ein Symptom, ein Kompromiss der Verkäuflichkeit von Backbüchern und ihrer Zutaten für eine irgendwie statistisch gemixte und auf einen seltsamen 375-er Nenner gebrachten Marktzielgruppe eines pot-pourri von Jung- und Senior-Single-, Pärchen und nicht mehr überdurchschnittlich bevölkerungstatistisch präsenten Familienhaushalten?

Wissen Sie's ??
Ich nicht.
Und so greift man eben entweder zur "normalen" Trockenbackhefe oder zur frischen. Keine Gleichbehandlung bei der Garant Hefe. *Snüff*

Die Zöpfe werden also entweder kleiner und alle anderen Zutaten müssen umgerechnet werden. Oder würden Sie anfangen, den Inhalt des Tütchens mit der Briefwaage umzurechnen? Na also. Irgendwie stört mich das jedes Mal leider. Vor allem bei Rezepten, bei denen zB auf 500g Mehl 1 Ei ins Rezept kommt..... Sie verstehen, was ich meine, nicht wahr?

Heute hatte ich mal alle drei Varianten im Haus. Frische Hefe...die schon seit Wochenmitte im Kühlschrank auf Karriere wartete, Trockenbackhefe und Hefe Garant. Ich habe mal gewählt und was dabei rauskam - trotz einer Minipanne, dazu nachher mehr - sehen Sie , wenn der Backofen seine Arbeit getan hat.Inzwischen geniessen Sie doch bitte Ihren Kaffee, eine kleine Pause und drücken Sie einfach mal ein paar Kreuzchen in meine Samstags-UM-Frage. Dann verrate ich Ihnen nachher auch ein leckerluftigfluffiges Hefeteig-Rezept - versproooken!*treuherzigverspricht

Ach ja - und wie immer: Keine Sorge, die Umfrage speichert keine Ihrer Daten und ist nur aus meinem persönlichen Interesse und nicht von irgendeinem Umfragepanel initiiert.
Herzlich gern sind Sie aber eingeladen, Kommentare zu den Antworten in der Umfrage oder dort nicht vorgesehen Antworten zu posten. Vielen Dank und viel Spass.

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