Samstag, Februar 07, 2009

Werbeverträge und das tägliche Brot



Vor einiger Zeit hatte ich hier ja schon mein Rezept für ein herrlich leichtes, vor allem leicht machbares Brot gepostet, dessen Duft ich besonders am Morgen des beginnenden Wochenendes, also am Samstagmorgen in der Cucina mag. Ganz sachte zieht der Duft dann bis in die anderen Räume und weckt auch dufthypnotisch den besten der Söhne, während ich bereits den Frühespresso geniesse. Das Aroma von Kaffee ist ein weiterer solcher Duft, der Lebensgeister weckt. Heute fiel mir beim Füllen des gemahlenden Espressos in den Filter auf und wieder "Bilder" ein, eigentlich Erinnerungen der Duftsinne. Die aber mit Bildern verknüpft sind, wo dieser Duft jeweils wahrgenommen wurde. Da ist zum Beispiel das Café im Wohnstift Augustinum. In dem Wohnstift bin ich als Kind oft im Untergeschoss in das dortige Schwimmbad zum Schwimmen gegangen. Es war einfach das nächstgelegene Schwimmbad. Inzwischen gibt es dort auch eine Sauna und das Schwimmbad ist ein wenig heller durch eine mit mehr Glas in der Front zum Garten des Wohnstifts umgebaute Fassade. Aber das Beste - und irgendwie wieder gemeinste nach dem 1-2 km Schwimmtraining - ist das dortige Café im Erdgeschoss, denn die Kuchen und das Gebäck und die Torten werden dort in der eigenen Bäckerei hergestellt, sind fantastisch und daher verströmt das Café einen unglaublich guten Duft nach den verlockenden Genussschlemmerles und dem Kaffee, den es dort himmlisch aufgebrüht gibt. Ein Aroma von Kaffee, wie man ihn auch in den ach so beliebten coffeeshops to go (oder zum Weglaufen), in Stehcafés eh und auch in vielen anderen Cafés lange suchen muss. Ein Kaffee, der schon beim Löffeln des Kaffeemehls, beim Aufgiessen, im aufsteigenden Duft und auf dem Gaumen schlicht Genuss pur ist.
Solche Kaffee-Genuss-Momente gab es auch an anderen Orten gelegentlich: In einer kleinen Bäckerei, in der ich selbst ein paar Jahre arbeitete. Auf der Station eines Krankenhauses, in dem ich eine Zeitlang zu tun hatte. In einem Kloster, in welchem ich mich für einen beruflichen Vortragstermin inkl. Übernachtung aufgehalten hatte - und wo ich einen der besten Kaffees er-duftete, schon auf dem Weg zum Frühstück durch die Gewölbe (süüüündhaft gut auch dann auf dem Gaumen). In einem Hotel in Helsinki nahe dem Hafen, wohin ebenfalls ein Vortragstermin mich gelotst hatte - und wo mich der Duft himmlischen Kaffees zum Frühstück lotste. Ein kleines Café mit dazugehörender Bäckereiim Werdenfelser Land.... und der Kaffee zum Frühstück im Hayfield Manor Hotel in Cork - ebenfalls ein Traum.
Und wenn man morgens den eigenen Kaffee aufgiesst - in meinem Fall Espresso - dann versetzt einen allein der Duft eines solchen Kaffees *ping* an einen anderen Ort, einen anderen Moment, dank den Leistungen unserer Sinne und des Gehirns, das für solche "Assoziationen" Erinnerungsschlaufen geknüpft hat. Im besten Sinne. Nicht nur mit dem Aroma von Kaffee, sondern auch vielen anderen Aromen und sinneserfreuenden und vor allem natürlichen Genüssen. Denn so sorgt es auch dafür, dass man auch weiterhin den Gaumen mit dem versorgt und verwöhnt, was uns gut und besser bekommt, als mancher moderne Foodschnickschnack, der - nicht selten ohne allerlei künstliche Geschmacksaromen und -verstärker - weniger Genuss, als oberflächlicher Geschmackskleister ist und mehr Geschmack vernebelt und verdirbt, als veredelt. Wie oft das heutzutage der Fall ist, fällt z.B. auf bei Lebensmitteln, Gewürzen und Kräutern, die von (wie ich finde erschreckend, aber jedenfalls erstaunlich) vielen Menschen nicht am Geschmack, ja nicht einmal am Namen erkannt werden, geschweige denn verwendet, noch weniger pur eingesetzt. Schade eigentlich,....sie wissen nicht was sie tun,.......aber noch mehr schade: sie wissen gar nicht, was sie verpassen. ;-)

So, und ich darf nun nicht verpassen, das schon lecker duftende Brot aus dem Ofen zu holen - heute mit einer Rezeptvariation des Brotes mit etwas Buchweizenmehl und gemörserter Prise Koriander im Teig.... himmlisch. Und wenn darauf gleich der Klecks Butter dahinschmelzen wird, während ich mich zum Auskurieren meiner Grippe wieder zwischen die Kissen verkrümele, lache ich sicher noch immer über den gerade bei Kessi entdeckten Witz, der - auch so himmlisch - zum täglichen Brot passt.

1 Kommentar:

Kessi hat gesagt…

(-; Köstlich! Lach..... jetzt fange ich auch wieder an zu lachen :))! Wow, das ist ja ein wahnsinns Artikel!! Stark und hmmmm, frisches selbstgebackenes Brot - wie lecker!!! Ganz arg lieb gute Besserung wünsche ich Dir!!! Ich schick Dir ganz liebe Gedanken, damit die Grippe bald verschwindet, aber ich denke, das Lachen wird auch dazu beitragen, dass die Viren schnell flüchten werden * :))... alles Liebe, Kessi