Freitag, November 21, 2008

Unser täglich' Brot



Nach wie vor gehört es zu dem, was ich täglich morgens am meisten liebe: So ein schönes frisches Stück Brot, einfach nur mit einem Stück Butter darauf und eine Prise Salz. So mochte schon mein Grossvater es gerne, der sehr früh morgens wach war und bereits in der Wohnkuchl im alten Holzkohlenherd einschürte, einen grossen Hafern Wasser auf dem linken hinteren Kochfeld stehend, weil es in der Wohnung bis zuletzt kein fliessend heisses Wasser gab und dieser Hafern stand dann einfach tagsüber dort und lieferte für das heisses Wasser, was so gebraucht wurde. Weil der Ofen eben eh zum Beheizen der Wohnkuchl gebraucht wurde. Auch eine Zentralheizung gab es nicht. Beheizt wurde nur die Wohnkuchl. Die Türen zu den beiden anderen Zimmern und zum Flur wurden geschlossen gehalten tagsüber, weil man sich dort ja nicht aufhielt und nur die Kuchl beheizt werden musste. Wenn ich morgens dann wach wurde von den Geräuschen in der Wohnkuchl und über den Linoleumboden hinaustappste, dann meist von Flickenteppich zu Flickenteppich, weil diese warm waren und nicht kühl wie der Boden. Und dann stand auf dem Esstisch vor der Eckbank gleich neben der Türe zur Küche bereits seine Kacheltasse mit den grossen blauen Tupfen und dem Kamillentee aus den im Sommer selbst gepflückten Kamillenblüten das Frühtsücksbrettl mit der Scheibe Brot. Mal mit Butter, mal mit hauchfeinen Streifen des weissen Bauernspecks oder etwas fein geschnittenem Schwarzgeräuchertem. Wenn es Butterbrot war, tat er manchmal Salz, manchmal eine Prise Zucker darauf. Frühstück war eine besondere Zeit, weil es noch halb dämmerte, weil es noch rundherum still war im Haus und drumherum. Schon als Kind liebte ich diese frühen Stunden morgens. Das ist geblieben. Und die Liebe zum Brot morgens.
Welche Sorte dann auf das Brotzeitbrettchen kommt, variiert von Pumpernickel über Vollkornbrot mit oder ohne zusätzliche Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne, weiter zu herzhaftem dunklem Sauerteigbrot, zu Ciabatta, Baguette, Mehrkornbroten und manchmal eben auch hellem Weizenbrot. Letzteres gehört zu den Sorten, die man ganz fix selbst backen kann. Der Duft dieses Brotes zeiht dann sachte durch die Cucina und die übrige Wohnung und lockt auch müde Mäuschen aus den Nachtfedern.




Die Zutatenliste:
1 Packung Dr. Oetker Hefe Garant
375 g Mehl
200 ml Milch
je 1 TL Salz und Zucker





Mehl mit Hefe, Salz und Zucker vermischen und mit der Milch zu einem glatten Teig verarbeiten. Die Milch muss bei der Verwendung dieser Hefe nicht angewärmt werden, Zimmertemperatur ist aber empfehlenswert.
Kastenform für Sandkuchen ausbuttern.
Teig auf leicht bemehlter Arbeitsplatte durchkneten und zu einem Strang formen und in die Kastenform geben. Unter einem sauberen Leinen ca 15-20 Minuten gehen lassen, inzwischen den Backofen auf 200 ° vorheizen. Das Brot mit einem scharfen Küchenmesser schräg 3-4 einritzen und in den Ofen geben (1.oder 2. Schiene von unten), ca 25 Minuten goldbraun backen. Aus dem Ofen nehmen, 5 Minuten in der Form ruhen lassen, dann aus der Form nehmen und auf Kuchenrost abkühlen lassen.

Am liebsten mag ich es nur mit einem Hauch Butter und einer Prise Salz und an manchen Tagen stattdessen mal mit etwas Honig, gern auch mit solchem, der während des Sommers und mit der Erntezeit raffiniert wird, wie mal Akazienhonig mit Vanille, mal Lavendelblütenhonig, mal Gebirgsblütenhonig und manchmal Honig mit leicht gebräunten Mandelstiften darin.
Der beste meiner Söhne steht dagegen entweder auf die Nussnougatcreme, auf Marmelade oder Wurst. Jedem das Seine.

Die gemeinsame Basis bleibt:
Der Genuss von frischem und noch lieber frisch gebackenem Brot.
Und wenn ich mich kurz umdrehe, ist so ein Wecken Brot im Nu weg. Ich vermute, das ist eines der glaubwürdigsten Qualitätssiegel, die man bekommen kann - stimmt's ? einfach mal selbst nachbacken !!

(c) Copyright by Liz Collet
Bildquelle (für RFL): Cucina de Light
für Postkarten, print, calendars & more u.a. bei Liz Collet@MyGall

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