Freitag, November 28, 2008

Nussig, kernig, adventlich ...........


Lizchen's winterlicher Nuss-Bratapfelkuchen


Es ist inzwischen ungemütlich kalt und bis zum ersten Advent kaum noch 2 Tage. Danach geht's rasend schnell mit den Adventstagen und die Tage werden nicht nur mit dem Stand der Sonne noch kürzestkürzer, sondern auch, weil es für viele noch immer jede Menge zu erledigen gibt. Plätzchenbacken, Weihnachtsgeschenke kaufen, Weihnachtspostkarten oder -briefe und -päckchen erledigen, die je nach Entfernung auch schon Wochen vorher auf den Weg gebracht werden müssen, in Büros und Unternehmen herrscht zum Jahresende typischer Arbeitsüberschuss für manche Rechnungsabschlüsse, Mahnungen, Fristsachen (wie in Anwaltsbüros wegen verjährenden Forderungen), Weihnachtsaufträgen wie Kalendern, Drucksachen für Geschenke, wenn auch merklich weniger Aufträge für die früher üblicheren Weihnachtsgeschenke für gute Kunden, die man auch ins neue Jahr mitnehmen will. Und ausgerechnet in der sog. "staaden Zeit" läuft alles scheinbar in grösserer Hetze ab, als zu jeder anderen Jahreszeit. Manches wäre davon vermeidbar, manches ist wie es ist und muss eben eingeplant und oft genug Unplanbares auch noch untergebracht werden. Kürzlich fragte Inge bereits Anfang November in die Blogger-Runde, ob und wann die anderen mit den Weihnachtsgeschenken anfingen, spät, wie sie selbst oder gar über's Jahr, wie eine Bekannte von ihr. Die Antworten überraschten mich nicht wirklich. Auch nicht, welcher eigentlich negative Grundtenor in den Antworten mitklang. Und manche der Äusserungen habe ich auch an anderer Stelle schon mal gehört.. Dachte ich mir, während ich dieser Tage an den vielen Weihnachtsrezepten und -Bildern arbeite, die noch auf der Liste stehen, auch dem einen oder anderen an adventlichen Kuchen, auf die man Lust bekommt, wenn man so über die Christkindlmärkte schlendert und durchgefroren mit Lust auf was Heisses in der Tee- und Kaffeetasse heimkommt.
Wenn ich an Inge's Frage und die Antworten denke, fallen sie mir wieder ein, diese Sätze, die rund um mich rum immer zu hören waren oder von Freundinnen erzählt wurden über deren Ärger mit eigenen und angeheirateten Verwandten wegen der Weihnachtseinkäufe. Und heute liest man sie ebenso häufig in Blogposts.
Sätze wie "Schenk' uns nichts, wir haben doch alles, was wir brauchen", "Was soll man denen schenken, es ist ja hinterher eh nicht recht und dann immer der Ärger mit dem Umtausch", "Wir wollen am liebsten Geld, dann kann man sich selbst kaufen, was man sich wünscht" und "Immer diese Lauferei mit den ganzen Wünschen, die jeder hat und bis man das Richtige findet"....... Und selten ändert es etwas, wenn man mit eben jenen Menschen darüber spricht, was Schenken und Geschenke eigentlich sein könnten. Und mal gedacht waren. Erst recht in der Adventszeit und zu Weihnachten. Oder dass so viel gar nicht nötig wäre. Nicht materiell. Es ändert sich auch nicht viel, wenn man sie fragt, wie sie selbst es sich wünschen würden, wie es sein sollte, könnte. Oder: Warum und welche Weihnachten und Geschenke, die sie damals bekamen, ihnen am meisten und liebsten in Erinnerung sind und blieben. Dabei könnte es doch zum Nachdenken bringen, wenn von manchen von ihnen dann auffallend oft Antworten kommen wie zB " Wir hatten nichts, naja....fast nichts,.... schliesslich gab es ja auch eh kaum was zu kaufen, im Krieg nicht und auch danach nicht. Aber das bisschen, was man aus irgendwas dann gemacht hat, die Krippenfiguren, die mein Vater geschnitzt hat oder der Rock, den meine Mutter für meine Schwester aus dem Vorhangstoff genäht hatte,... und dann sassen wir alle um diesen winzigen Baum im Kerzenlicht und waren einfach froh, dass wir gesund waren und alle zusammen daheim."

Manchmal entscheidet eben nicht der Aufwand, der um etwas gemacht wird, sondern die Erwartung und die Einstellung zu etwas, ob man damit glücklich ist. Auf beiden Seiten. Sicher, in Zeiten der Verknappung von Einkommen und Kaufkraft scheint es verlockend, wenn - am besten rechtzeitig vor Weihnachten - ein Geldbetrag auf das Konto überwiesen wird. (Zumal man der Post eh nicht mehr derlei Geschenke anvertrauen kann). Im Verwendungszweck sorgsam notierte Zeilen wie "Weihnachtsgeschenk für xy von Oma und Opa aus ...." - oder Ähnliches. So liebevoll und grosszügig es sicher gemeint ist. Und so undankbar es scheinen mag. Aber liebevoll in Erinnerung bleiben die Weihnachtstage, die gemeinsam und mit viel Lachen und mit vielen Geschichten und gemeinsamen Spielen und Kerzenlichtern und vielleicht auch dem einen oder anderen Geschenk verbunden sind. Und niemals wäre man auf den Gedanken gekommen, eines davon mit anderen zu tauschen oder weiter zu verschenken oder es umzutauschen oder (wenn es das bereits gegeben hätte) bei Ebay zu verticken und sich vom Erlös was anderes zu kaufen. Und das lag sicher nicht allein daran, dass die Menschen, an die ich dabei denke, sich schon lange vor den Weihnachtstagen überlegten und darauf achteten, was sie schenken konnten. Was einer sich vielleicht schon länger wünschte.

Eine meiner beiden Omas, meine Allgäuer Grossmutter, gehörte zu den Menschen, die dann schon lange unter'm Jahr dies oder das sogar schon einkauften. Nicht nur weil sie auf's Geld achten musste und daher auf Angebote zurückgreifen und unter diesen besser Auswahl nutzen konnte. Sondern weil dann auch viel mehr Ideen zusammen kamen, worüber jeder Einzelne sich am meisten freuen würde. Und wenn dazu zB ein hübsches neues Nachthemd, ein neuer Pulli oder eine der von ihr selbst gestrickten Jacken mit den sog. Katzenaugen-Knöpfen, die wir so mochten, für uns Mädels gehörte, dann addierte sie eben zur aktuellen Grösse ein oder zwei Nummern hinzu, so passte es zur Weihnachtszeit oder für bald danach das Kleidungsstück immer sicher. Diese "Schätzchen" hortete sie dann klammheimlich bereits in einem Platz in einem ihrer Schränke und sicher vor zu früher Entdeckung. Ihre Methode hatte zudem einen weiteren Vorteil: Die Ausgaben für die Weihnachtsgeschenke waren so erstens preiswerter, zudem verteilten sie sich auf's Jahr und wenn sie nicht gleich kaufte, dann legte sie den Betrag dafür beiseite, den sie dann schon kannte. In einen Umschlag im Schrank bei den kleinen anderen Päckchen.

Gar so lange wie sie haben meine Eltern nicht vor den Weihnachtstagen damit angefangen. Aber ab etwa Anfang/Mitte November, spätestens ab Dezember galt der Wäscheschrank im Elternschlafzimmer als absolute Tabuzone.

Bei mir war es die hintere Ecke des Bettkastens unter meinem Jugendbett, wo sich bereits verpackte (sicher ist sicher *verschmitztlacht*) Geschenke einfanden. Später gab es bei mir dann in jedem Taschen- oder Buch-Kalender, die ich jedes Jahr brauchte, eine letzte Seite, auf der ich während des Jahres für alle die Ideen notierte, denen ich Weihnachten oder auch zu Geburtstagen etwas schenkte. Und unter den Ideen konnte dann immer rechtzeitig etwas von mir ausgesucht werden, was passte und was diese(r) bis zum Geburtstag oder Weihnachten auch selbst noch nicht inzwischen hatte. Und es gab auch bei mir jeden Monat einen gewissen Betrag, der in einem Briefumschlag bereits beiseite gelegt wurde mit dem Vermerk "Weihnachtsgeschenke". Ausgereicht hat das immer, was da mühelos - wie alle Kleinigkeiten, die weniger schwer fallen, als wenn man alles auf einmal in einem einzigen Monat am Ende des Jahres ausgeben müsste - unter'm Jahr zusammenkam. Und mit der Fantasie, die über die Jahresliste dazu kam und die weit mehr Gewicht, als die DM- und Euro-Beträge hatte, ist die Vorweihnachtszeit immer "stressfrei" geblieben. Weil auch mehr Zeit für das blieb, was man dann am liebsten macht. Stille Zeit geniessen, bisserl Plätzchen backen und zusammen sein.

Es gibt nur wenige Menschen, die mit dem, was sie bekommen, eh IMMER unzufrieden sind und sein werden, bei denen diese Methode nicht klappen würde. Und diesen kann man vermutlich mit nichts das schenken, was ihnen am meisten fehlt: Zufriedenheit.

Ganz simpel eigentlich und gar nicht neu - ganz oft ist weniger eben mehr. Und nun wird's Zeit, den Kuchen in den Backofen zu schieben, der so ganz nebenbei vorbereitet und entstanden ist. Aus Haselnüsschen, die bei dem einen oder anderen Spaziergang im Herbst gesammelt wurden. Schon in Vorfreude, was man daraus dann in der Adventszeit zaubern kann, wenn man sie aus dem Vorratskammerl herausholt. Natürlich beim Pflücken der Nüsse immer ein paar Haselnüsschen am Busch belassend für die Eichkatzerln, die sich auch noch ein paar holen wollen. Wir "Eichkatzerln" unter uns, die so unter'm Jahr für die Ernte zum Herbst, zum Winter und für die Weihnachtstage sammeln, wissen ja, dass man in der Zeit sparen und planen muss, damit 's dann auch am Jahresende Gemütlichkeit und Zufriedenheit "schneit", wenn's draussen kalt und drinnen bei Kerzenlicht gemütlich warm ist. Stimmt's ?
Und hier das Rezept für den Nuss-Bratapfel-Kuchen:




Zutaten:

1 kg Äpfel

175 g Butter oder Margarine

125 g Zucker

1 Pck. Vanillezucker

5 Stück Eier

1 Prise Salz

200 g Haselnüsse gemahlen

125 g Mehl

2 TL Backpulver

3 Tropfen Bittermandelaroma

1 TL Zimt, gestrichen

1 Pck. Weihnachtsaroma

200 ml Apfelglühwein




Zubereitung:

Äpfel schälen, halbieren, Kerngehäuse entfernen, im Apfelglühwein mit dem Weihnachtsaroma in einem Topf erhitzen und Flüssigkeit sachte reduzieren lassen. Topf dann vom Herd nehmen.

Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz schaumig rühren, nacheinander dann die Eier unterrühren, Zimt mit Mehl, Nüssen und Backpulver vermischt unterrrühren.
Teig in eine gebutterte und mit Mehl ausgestäubte Springform (26 oder 28 cm) füllen. Die Äpfel aus dem Topf nehmen, auf einem Brett oben 3-5 x längs einritzen und auf den Teig in der Backform setzen.

Im auf 175° vorgeheizten Backofen ca 40 Minuten backen, dann (nach Stäbchenprobe !) aus dem Ofen und aus dem Springformrand nehmen und abkühlen lassen. Mein Rezept zum Ausdrucken & mehr gibt's hier.

Und dann Teelichter ins Fenster und auf den Tisch, heisse Tasse Tee dazu , Zimmerlampen aus und zusammen quatschen, in Ruhe reden über dies und das ....und Gemütlichkeit geniessen. Und das klappt auch, wenn man das (erst recht nach einem hübsch gepackten Adventskorb, den man ihr bringt oder Päckchen, die man ihr schickt, mit Selbstgebackenem, ein paar Packerln Lieblingstee, ein paar feinen Duftkerzen und anderem) über eine lange Telefonleitung hinweg macht - zB an manchen Tagen in der Adventszeit, wenn man seine Oma anruft. Die eben ein bisserl zu weit weg wohnt, um sie jede Woche oder eben so oft besuchen zu können, wie man es am liebsten möchte, auch in der Adventszeit.

;-)



*

*

(c) Copyright by Liz Collet

1 Kommentar:

fashion jewelry hat gesagt…

I like your blog