Sonntag, September 21, 2008

Spicy


Gewürzmischung

Draussen wird es kühler. Da beisst die Maus keinen Faden ab. Und auch der Hamster benimmt sich, als wäre er ein Eichhörnchen und ist wie wild hinter den Erdnüssen her, die er besonders mag. Nur dass er sie jetzt hortet, als würde er eine Bärenhöhle für den Winter rüsten.
Die Kräutertöpfe in der Dachlaube machen die letzten grünen Kapriolen. Ein paar werden demnächst auf den Küchenfenstergarten umziehen und dort weiterwachsend überwintern (ohje, jetzt ist das böse Wort gefallen). Die anderen werden sorgsam abgeerntet und die Reste genutzt, getrocknet oder eingefroren, je nach Art und Sorte. Die Yucca-Palme hat über den Sommer einen Ableger bekommen, der rittlings just auf ihrer seltsam gewachsenen Kurve sitzt. Die Hibiskustöpfe und das Hibiskushochstämmchen treiben noch immer zauberhafte Blüten und Knospen.



Eigentlich mag man sie kaum umsetzen, aber die gelegentlich schon auftretenden Nachtfrostmeldungen lassen schon grübeln, ob sie sich nicht doch hinter den Balkontüren wohler fühlen werden, als davor in der Dachlaube. Denn nach sonnigen Tagen sieht es im Moment noch nicht wieder aus.



Die beiden Amaryllistöpfe recken ihre langen grünen Blätter auch schon weitsichtig nach dem Herbstquartier und scheinen nicht auf Oktober warten zu wollen. Ob sie sich ärgern, dass Erika schon eingezogen ist? Und eine hübsche kleine Kollegin mit Migrationshintergund mitgebracht hat ? Denn Astern sind, wie man weiss, ja ursprünglich in Nordamerika heimisch gewesen. Scherz beiseite. Wie jedes Jahr weiss man, ein paar gute sonnige Tage hat auch das verregnetste Oktoberfest und erst wenn das vorbei ist, stellt man sich besser darauf ein, dass der Platz in der Laube auf der Holzbank von den gemütlichen Kissen verlassen werden muss. In der Küche dagegen kann man schon gut und gern anfangen, mehr mit Gewürzen anstelle der sommerlichen frischen Kräuter zu würzen. Manche tun bereits gut, weil sie buchstäblich von innen her wärmen - sie kurbeln den Stoffkreislauf an. Das Brathendl zum Wiesn-Auftakt hat das am Wochenende bereits ausprobieren dürfen. Im Sommer ist es lecker, das Brathähnchen in einem Bett von Kartoffelvierteln, Rosmarin, Thymian, Salz, Pfeffer, Vierteln von Zitronen und Knoblauchzehen mit Olivenöl beträufelt im Ofen zu braten.
Aber wenn die Tage nun etwas kühler werden, darf wieder etwas mehr "Pfeffer" dazu. So wie die Mischung oben, die am Wochenende im Mörser landete. Schwarze Pfefferkörner, grüne Pfefferkörner, etwas Szechuanpfeffer, rote Pfefferbeeren, Piment, Cayenne, Paprika (scharf), etwas selbst gemischtes und gemahlenes Curry, ein paar Rosmarinnadeln und ein wenig Thymian, dazu etwas grobes Meersalz.

Und während das Hendl im Ofen zart und knusprig wurde, war genug Zeit für die Zubereitung der Leberterrine.


Geflügelleber säubern, waschen, in Olivenöl gut rundrum mit Lorbeerblättern und Knoblauchzehen anbraten, etwas Weisswein und Brühe zu gleichen Teilen hinzufügen, die Leber gut durchgaren und die Flüssigkeit dabei reduzieren. Dann Lorbeerblätter entfernen, Leber mit etwas kalter Butter und einem Schuss Sahne und ggf. noch etwas Weisswein fein pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und in eine Terrine füllen. Abdecken und kühl stellen. Schmeckt sehr lecker auf kross gerösteten Crostini, Toast oder Bauernbrot.


© Copyright by Liz Collet
Bildquelle: Cucina de Light

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