Mittwoch, August 20, 2008

Kürbis - die ersten locken an die Suppenschale



Gern möchte man denken, dass der Sommer noch eine Weile halte. Aber - zumindest hier im Voralpenland und in München - ist schon immer in der zweiten Augusthälfte und Anfang September der Herbst spürbar. Mein Geburtstag lag immer in den letzten Ferientagen, Anfang September und bis heute ist er bereits verbunden mit allem, was die ersten Ernten bereits auf den Tisch bringen: Äpfel wurden zu Mus und Kompott gekocht, der erste gedeckte Apfelkuchen mit Äpfeln aus der neuen Ernte schmeckte so besonders süßsäuerlich, der Zwetschgendatschi lockten Zweibeiner und gelbschwarz gestreifte, stechlustige Zweiflügler an den Kaffeetisch und wenn ich beim Besuch in den Gärten meines Gröbenzeller Grossonkels oder meiner Pasinger Großtante war, dann roch es dort süss nach dem Obst an den Bäumen - Birnen, Äpfel, Zwetschgen - und gegen abends schon leicht nach feuchtem Laubgeruch, wie er ganz typisch für den September war. Und im Garten des Großonkels stand zwa rnoch immer die grosse Zinkbadewann mitten auf der Wiese, frei vom Schatten der Obstbäume und zwischen diesen und seinen geliebten Blumenbeeten, aber das Wasser war morgens und vormittags noch bis 11 Uhr kühl, das er uns hineingefüllt hatte. Es dauert bis fast gegen Mittag, bis wir Lust hatten, wieder hineinzuspringen, bis die Sonne es leicht angewärmt und selbst warm genug war, dass man Sich fröhlich darin gegenseitig Wasserfontänen zuplatschend abkühlte. Zwischen dem Spiel mit dem Dackel und dem Mischling, die im Garten herumtobten, dem Beobachten seiner Vogelzucht in der Volière hinter dem Haus unter den hohen Tannenbäumen, zwischen dem Fangen und Versteckenspielen, rund ums Haus, da wo auch die Beerensträucher am Zaun standen und wo man bis über den Zaun zu den endlosen Maisfeldern schauen konnte, die dort angrenzten. Zwischen dem Kartln mit dem Onkel und dem Cousin, dem Beobachten aller kleinen Getiere in der Wiese, Federball- und Fussballspielen auf dem Gras und vielem anderem mehr. Ende August lag morgens schon kühler Tau auf dem Gras, wenn wir barfuss und im Nachthemd aus dem alten gemütlichen Häuschen tapsten, in welchem der Grossonkel Heini und seine Frau Käthi lebten. Und manchmal schlichen wir uns aus dem Garten zum Maisfeld und stibizten uns einen der kleineren Maiskolben und knabberten ihn frisch vom Feld ab oder kamen mit der Beute zum Onkel herüber und liessen und von ihm, der darüber verschmitzt lachte, ein Feuer im Grill anzünden und rösteten uns den Kolben goldbraun, während er sich um seine Blumenrabatte kümmerte. Mit den bunten Dahlien, Astern, den Gladiolen, auf die er so besonders stolz war, dass er sich am liebsten mit ihnen fotografieren und später auch von der Super 8 Kamera filmen liess, wie er sie liebevoll hegte und pflegte. die mochte er noch lieber als die wunderschönen duftenden Rosen, die er auch hatte. Ja, Sommerferien waren rund um meinen Geburtstag herum schon immer herbstlich und das war auch lange Zeit meine Lieblingsjahreszeit. Keine Jahreszeit ist so herrlich sinnlich intensiv an Aromen, wie der Herbst. Die Kräuter im Frühling sind aromatisch, aber zu zart. Der Sommer ist gefüllt von manchem fruchtigem Genuss. Aber erst im Herbst sind die Düfte und Aromen von alledem, was dann auf den Tisch, in Einmachgläser und in und aus dem Ofen kommt so bunt und intensiv wie sonst das ganze Jahr über nicht. So intensiv in der Farbe wie eben auch eines der klassischen herbstlichen Gemüse, der Kürbis. Die ersten sind da. Und mit dem heutigen trüben Augusttag, der etwas frischer ist, passt er prima für die erste Kürbissuppe.




Ein mittelgrosser Kürbis ist mir vor ein paar tagen in die Hände gefallen und die eine der beiden Hälften wird noch als Füllung für hausgemachte Pasta morgen oder übermorgen ihr Ende finden. Aber die andere, befreit von den Kernen und dem Kerngewusel, in grobe Stücke samt Schalte zerteilt und mit etwas Wasser und einer guten Prise Salz weich gedünstet ist schnell zur Suppenbasis gegart. Mit dem Pürierstab und etwas Wasser, Salz, Pfeffer, Zitruspfeffer, einer Prise scharfem Paprika und einer Prise Cayenne feinpürieren, nach Gusto Milch oder einen Schuss Sahen hinzufügen und schon ist eine herrlich sämige, leichte und g'schmackige Suppe für die Mittagspause auch im Büro fertig. Ob pur oder mit ein paar gehackten Basilikumblättern, Petersilie oder Schnittlauchröllchen oder mit ein paar gebratenen Garnelen oder etwas übermütigem, ausgelassenem Speck oder gerösteten Brotwürfeln, einem kleineren Stück geratenem oder gedünstetem Fischfilet oder einfahcnur mit einem TL Schmand oder Sauerrahm oder gerösteten Kürbiskernen und ein paar Tropfen Kürbiskernöl darüber.... die Variationsmöglichkeiten sind schier unbegrenzt.

Püriert man die Suppe zunächst nur mit etwas Wasser oder Brühe, kann man einen Teil davon gleich beiseite nehmen und auf Vorrat einfrieren und zu einem späteren Zeitpunkt wieder im Topf aufwärmen und dann würzen.

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