Sonntag, Juli 13, 2008

Beerige Liebeserklärung .........an den Sommer



Beerenzeit ist für mich mit vielen Kindheitserinnerungen verbunden. Ob ich mit meiner Grossmutter mit Eimern einer namhaften Senffabrikations-Firma bestückt in die Himbeeren oder Brombeeren ging, die in dichten Hecken am Waldesrand oberhalb des kleinen ortes lagen, in dem ich viele Ferientage verbrachte oder ob wir an der Stadtmauer um den alten Stadtkern herum gingen und dort gelegentlich ein paar der dort wachsenden Johannisbeeren stibizten, die über den Zaun heraus hingen. Oder ob wir Walderdbeeren, Preiselbeeren oder Blaubeeren im Wald sammelten. So fruchtig und süss und säuerlich gemischt oder pur, mit Zucker, Zitronensaft oder zu Milchreis, Desserts oder Kuchen liebe ich sie bis heute.

Auch im Hintergarten zu ihrer Pasinger Villa einer meiner Grosstanten wuchsen wenigstens eine Handvoll Johannisbeerbüsche am Rande des Zaunes. Diese Hintergärten waren anders als die Vordergärten zur Strasse hin eben auch noch für solche Zwecke gedacht und so standen dort auch Zwetschgen- und Apfelbäume. Und bis zum Herbst hin duftete es in der Küche der Tante und durch die offenen Fenster und die Türe, die über eine Treppe direkt von der Küche in den Garten führte, nach fruchtigem Süss der Obstkuchen, eingemachter Früchte, Apfelmus und Marmeladen. Während der Vordergarten mit Rasen, Blüten und der hohen alten Birke dann auf der Terrasse oder im Wintergarten nachmittags für den Besuch bestimmt war. Der Obstgarten war dafür das Paradies für Kinder, auch wenn wir dort mit ihrem Setter "Cäsar" herumtobten. Seit diesem Jahr ist die Villa von Grund auf renoviert, ein wenig moderner in der Gestaltung der Terrasse, des Wintergartens und der Fassade. Die Tante lebt nicht mehr und der jüngste ihrer vier Kinder, die sie nach dem Tod allein grosszog, hat das Elternhaus, das er wie von ihr vorgesehen bekam, verkauft. Die drei anderen hatten bereits ihre eigenen Häuser. Vor ein paar Wochen habe ich mir auf dem Rückweg von einer meiner Radtouren das Haus angesehen. So schön es ist, nachdem es in den letzten Jahren vom jüngsten Sohn nicht mehr renoviert und leicht marode geworden war, mir fehlen die Obstbäume und die Beerensträucher im Hintergarten. Jetzt ist dieser "chic" und durchgestyled. Elegant wie das Haus, aber ohne wirklichen Charme. Und ob je wieder Kinder dort spielen, die das als Paradies erleben und auch nach der Kindheit "behalten" in Erinnerung ?
Vielleicht sind Beeren einfach ein bisschen aus der Mode gekommen. Im Garten.
Viele Jahre hat man in Gärten keine Beerensträucher mehr gesehen, wenige allenfalls. Aber seit einiger Zeit findet man sie wieder.



Und so nutze ich die Beerentage und habe zum Geburtstag eines besonders netten Menschen eine leichte, schnelle und leckere Beerentorte creiert.

Und hier geht es zu den Zutaten und zum Rezept.

Wer es probiert, pflanzt vielleicht doch wieder den einen oder anderen Beerenstrauch in seinen Garten......


;-))))

Poster zum Bildmotiv: click@ Erste gemeinsame Wohnung

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