Sonntag, April 27, 2008

Migration, Murmeln und Hornveilchen



Migration beschreibt in der Botanik den Ausbreitungsmechanismus von Pflanzen.

Was täten wir heute ohne die Migration der Kartoffel, um nur EIN Beispiel erfolgreicher Migration in Erinnerung zu rufen ? Sie hat ihre Erfolgsstory zu einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel weltweit geschrieben und es - damit auch gerechterweise - dazu gebracht, dass ihr das Jahr 2008 als das Jahr der Kartoffel gewidmet wurde.
Beifuß-Ambrosie mit ihren heftigen Problemen für Allergiker und Riesenbärenklau mit seinen schmerzhaften und schwer heilbaren Verbrennungen bei Berührung
sind fraglos keine freudig aufgenommenen Invasionsbeispiele von Neobioten, bzw Neophyten.
Zumindest so lange, bis jemand beispielsweise eine Möglichkeit entdeckt, in diesen pflanzlichen Einwanderern Eigenschaften für die Gewinnung von Kfz-Treibstoffe vergleichbar dem Raps oder andere Energienutzung nutzbar zu machen. Und sei es nach mehr oder minder kleinen genmanipulativen Experimenten......
Und auch bei Tieren liessen sich ähnliche Beispiele fortführen. Die Forschung an und mit Tieren, ihren Zellen, Geweben und mehr ist nicht nur in der Transplantationsforschung seit vielen Jahren ein noch nicht zum Abschluss kommendes Thema.

Dennoch: Der Begriff der Migration wird heute ungeachtet seiner in ganz vielen anderen Bereichen bestehnden Bedeutung überwiegend negativ besetzt und verwendet. Assoziiert mit "Problem", unlösbar, die Gesellschaft (nur) belastend. Mühselig werden Vorteile argumentativ ins Feld zu führen versucht, um dem Begriff von dem negativen Touch zu nehmen und ihm eine angenehmere Farbe, Wahrnehmbarkeit zu verleihen.



Greift man in den Farbkasten und tupft den gefärbten Pinsel mit der Spitze in eine transparente Flüssigkeit ergeben sich wunderbare Farben, Formen, Sturkturen und eine fantasiebelebende Vielfalt ihrer Symbiosen und ihres Miteinanders und Ineinanders und Nebeneinanders. Fliessende Übergänge, Spektralfarben der Möglichkeiten. Der gleiche Effekt, wenn man sie hintereinander durch Glas betrachtet. Migration von Rot in blauen Glasperlen. Und ästethisch schön, meditativ ausgeglichen und für das Auge beruhigend schön.
Illusion und wahrgenommene Möglichkeiten und damit sichtbare Realität oder blosse Illusionen liegen im Auge der Betrachtung und des Standpunktes, den man einnimmt. Oder neu sucht. Manchmal gelingt es mit einem guten Ergebnis, manchmal endet es mit mehr als nur Bauchschmerzen. Wie übrigens auch bei der Kartoffel, bis man begriff, dass sie nicht nur eine schöne Zierpflanze oder als Haarschmuck verwendbar sei und dass man nicht die Blätter essen darf, die über der Erde wuchsen, sondern die Knollen das eigentliche Gold gegen die Hungersnöte früherer Zeiten war.
Am Ende ist es letztlich immer eine Frage der Nutzbarkeit von Neuen und Neuem und der Abwägung vom Nutzen und dem Preis, der dafür bezahlt werden müsste
- und der Balance von beiden.

Irgendwie eine Realität, die recht ambivalent ins Grübeln bringt....


......oder ?
Dabei wollte ich nur mal ein paar Stiefmütterchen nett fotografieren
und ein bisserl mit dem Schussern spielen..... Stiefmütterchen, die - nur mal so nebenbei bemerkt - rein zufällig (?) oder nicht (wer weiss das schon immer so bei meinen Gedankenhupfern....?) das Symbol für humanistische Gedanken bereits im Mittelalter war. Als alte Heilpflanze ist das Stiefmütterchen in ganz Europa verbreitet. Ob und welche Migrationsrichtung allerdings der Grund sein mag, dass es auch Symbolpflanze der japanischen Stadt Osaka ist...... ?

;-)




© Copyright by Liz Collet
Bildquelle für Nutzungsrechte , print, Leinwand, etc.
dieser und weiterer Motive gern auf Anfrage,
"Migration" (und andere Motive) als Fotoposter

*

Keine Kommentare: