Samstag, April 26, 2008

Cantuccini "nach Lizchen's herzhafter Art"

Der Samstagmorgen ist immer ein besonderer kleiner Genussteil am Wochenende. Wie immer bin ich früh wach und habe die Zeit und die Ruhe noch für mich. Der 5stöckige duftet aromatisch in der Tasse vor mir. Wenn der beste meiner Söhne und ich nicht schon am Freitag nachmittag nach dem Wohnungsputz den Einkauf erledigt haben, bleibt dieser Teil am Samstag bei mir, meist dann, wenn ich ein wenig bummeln mag, denn dafür hat der Filius nicht so den Sinn. Er mag lieber die Einkaufstage, wo wir fix nur die Einkaufsliste zack zack erledigen. Für den Hausfrauenblick, der auch mal von der Einkaufsliste abweicht, wenn grad Angebote sind, hat er einfach noch nicht den Sinn. So behalte ich manchmal den Einkauf für Freitag oder Samstag allein für mich und bummle dann auch ein wenig mit dem Blick der Foodfotografin über den Markt, an den Auslagen entlang und durch die Geschäfte.

Auch diesmal, denn ....... gestern war der Filius bei einer Freundin und so habe ich mir einen gemütlichen Samstags-Marktgang vorgenommen. So liegt heute auch dann der Einkaufszettel parat und wird ergänzt, während ich die daily Websites checke, meine To-Do-Liste für das WE und für die kommende Woche checke und aufstelle, je nach Wetter plane, ob und welche Shootings, Food Rezepte, Sport und andere Freizeitpläne ich machen könnte usw. Seit kurzem ist der beste meiner Söhne samstags schon früh um halb 7 unterwegs zum Schwimmbad, das um 7 öffnet. Auf dem Rückweg hat er sich angewöhnt, frisches Gebäck vom Bäcker für's gemeinsame Frühstück mitzubringen. Und so wird dann gegen 9 Uhr gemütlich zusammen gefrühstückt, bevor ich dann nach erledigten Arbeiten zuhause erst zum Einkaufen schlendere und anschliessend selbst zwischen 12 und 14 Uhr zum Schwimmen gehe: 30 Minuten Rad hin, 1 Stunde Schwimmtraining, 30 Minuten Rad zurück, mein persönlicher kleiner Biathlon ;-) Diese gemütliche Frühstücksstunde ist Genuss pur, Ruhe, Humor, Quatschen und über dies und das reden, was so anliegt. Heute zB seine etwas überraschende Bitte, ob ich ihm nicht mal mein Pfannkuchen- und auch mein Crêpes-Rezept aufschreiben könnte ? - Klar kann er das haben, aber wozu ? ...... Feixender Blick von ihm... dann die Antwort: "Damit ich S. (die Freundin, bei der er tags zuvor war) mal beim nächsten Mal g'scheite Pfannkuchen machen kann... sie hat nämlich gestern welche gemacht, ... äh..naja,.... Pfannkuchen würde ich das nicht nennen..... die fielen ja auch auseinander, aber der Teig schmeckt einfach bei Dir ganz anders und leckerer und dann mach ICH ihr halt mal welche, wie ICH sie mag"....
Das Rezept geb ich ihm gern,....klar. Aber muss ich mir noch überlegen, ob und wie ich ihm zwischen die Zeilen vielleicht noch die Dosis Diplomatie in die Zutaten mischen könnte oder vielleicht sollte, damit S. (die nicht nur ein ausgesprochen hübsches, sondern auch ein wirklich nettes Mädl ist) dann der Pfannkuchen nicht im Hals stecken bleibt, wenn er ihn ihr "zeigt" ?? *verschmitztlach*
Andererseits.... denke ich, wird er das vermutlich eh charmant selbst vermitteln ;-)))), jedenfalls so, wie ich ihn kenne, den Schlingel.
Für morgen hat der Filius sich von mir einen "Grossen Salat nach Mamas Art" gewünscht, so dass der Einkaufszettel eine Palette frischen Grüns und genussvolles Marktschnuppern bieten wird - immer ein Genuss und nett, dabei mit meinen Gemüsehändlern zu schnacken.
Heute ist der beste meiner Söhne dagegen den ganzen Tag unterwegs und so kann ich mir überlegen, was ich mir selbst heute in der Cucina zaubere. Vermutlich etwas, was auch ins shooting passen würde. Ausser einem obligatorischen Wochenend-Kuchen, versteht sich, für den ich heute auch mal was Neues ausprobieren will, das dann im Backofen goldbraun duftend vollenden kann, während ich das gestern creiierte neue Cantuccini-Rezept in die Rezepturen-Liste kritzeln werde. Der "neue" Backofen macht heitere Laune, weil so vieles jetzt endlich wieder machbar ist. Besonders an Rezeptideen, die in den vergangenen Monaten schon aufgehäufelt am Arbeitstisch der Probe harren ........ und für Vorfreude und Lust auf die Experimente sorgen.





Doch noch ein Wort zu den Cantuccini. Ich liebe Cantuccini nicht nur im Herbst oder Winter oder zu Weihnachten, wenn man sie zu Vino Santo knabbert - wobei ich auf die Gewohnheit mancher Italiener verzichte, sie in diesen einzustibben. Anstelle der üblichen Cantuccini, die mit Nüssen oder Mandeln im Handel zu bekommen sind, habe ich sie einmal etwas herzhafter gebacken. Das Rezept ist binnen 30-40 Minuten hergestellt und unkompliziert. Knusprig, herzhaft, mit leckeren Kräutern, Parmesan, Pinienkernen, Schinken- oder Speckwürfeln.... passen sie nicht nur perfekt zu wunderbarem Wein aus der Toscana. Ich finde, dass sie auch lecker zu Bier bei den nun kommenden Sommerabenden oder Grill- und Gartenfesten passen, als Fingerfood und Appetizer vorweg oder während des Abends.

100 g Pinienkerne ohne Fett in der Pfanne bräunen, beiseitestellen, abkühlen lassen. 250 g Mehl mit 80 g geriebenem Parmesan und 1 TL Backpulver, 1 guten Prise Salz, 1 TL gemörsertem Fenchselsamen und 1 TL italienischen Kräutern und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer vermischen, mit 3 verquirlten Eiern zu einem glatten Teig verarbeiten, Pinienkerne unterarbeiten. Dann Teig in 4 Portionen teilen. In zwei davon sehr fein gewürfelten Schinken oder Speck einkneten. Jede Portion zu einem Strang verarbeiten (Durchmesser ca 2-3 cm), auf Backblech mit Backpapier legen und bei 175 ° HELLgoldbraun backen. Dann aus dem Ofen nehmen, sacht abkühlen lassen, mit Brotmesser in Scheiben schneiden, diese flach auf dem Blech verteilt erneut in den Ofen geben und zu Ende backen, bis die Cantuccini knsuprig goldbraun sind.



© Copyright by Liz Collet

Italienische Cantuccini nach Lizchen's Art
Cantuccini nach Lizchen's Art

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