Freitag, März 14, 2008

Mini-Mandel-Amerikaner




Es gibt so Tage, da geht alles fix mit den Ideen und der Umsetzung eines Rezeptes. Manchmal muss man dazu aber das Rezept auch in der Cucina und in "min Backstuuv" nicht komplett neu erfinden: Auch beim Paradebeispiel der menschlichen Erfindungen hat man das ja nicht getan. Auch wenn gelegentlich unterschiedliche Auffassungen bestehen, wer das Rad nun wirklich erfunden hat. Oder ob es gar einer der frühesten Fälle menschlicher Parallelurheberschaften eines Werkes und einer Werkidee gewesen sein könnte, welche völlig unabhängig voneinander des Menschen Geist in unterschiedlichen Regionen der damals bekannten Welt beflügelt und wenn auch nicht zum Fliegen gebracht, aber doch immerhin schon etwas mobiler gemacht haben. Schlicht und einfach, weil der Mensch etwas haben wollte, womit er seinen überschaubaren, aber eben nicht kunststoffleichten oder nach skandinavisch unkompliziert zerlegt-zerlegbaren und leicht mit Winkelschraubern aufbaubaren Hausstand und Werkzeug- und Jagdkoffer hinter sich herruckeln und -zuckeln lassen wollte. Über die noch nicht so astrein asphaltierten Wege über den Brenner und andere Hauptbewegungsrouten damaliger Völkerwanderer.

Nun, nirgendwo wird bekanntlich so sehr die Entwicklung und neue Ideen so berechtigtermassen durch bereits bestehende Erfahrungen vorangetrieben UND so genussfreudig aufgenommen, wie in der Küche. Mögen auch viele Ideen kreativ und originell sein, aber wer könnte leugnen, dass die Lust am Experimentieren gerade auch beim und durch das Betrachten und Versuchen der Leckerchen anderer - egal ob sie von Starcookers oder aus überlieferten Familienrezepten (um- und her-) rühren, entsteht und keimt und reift und Blüten und neue Blüten treibt ?

Seit langer Zeit ist es mir nun mal so ergangen, dass ich ein unkompliziertes und - der Testlauf ist durch - absolut leckeres Rezept entdeckte. Ja, guuuuuuut, natürlich kann es nicht anders sein - dat Lizchen musste natürlich gleich auf Anhieb ein paar winzige Korrekturen vornehmen und die Ideen der Variation für das Rezept sind noch lange nicht am Ende angelangt.
Der Dank für die Inspiration geht an eine nette Userin namens "Mosi22", die mich mit ihrem Rezepttip auf meine neue Variationsidee brachte.

Hier also nun "Lizchen's Mini-Mandel-Amerikaner", die - natürlich - nach wie vor nur mit Hilfe von Henry II (da war er wirklich erstaunlich kompetent hinsichtlich der erforderlichen Temperatur, die ja bei ihm nicht regelbar und von mir nur schätzbar ist)






gebacken werden konnten.
Mein Rezept wurde heute auch hier von "Essen und Trinken" veröffentlicht - das freut natürlich !!




Auf Henry II's kleines Blech in seinem überschaubaren Innenhubraum...uops.... soll natürlich heissen: Backofenraum,





passen - wie auch in die Tarteformen bei den Rohrnudeln - je 6 der Mini-Amerikaner und die nachfolgend bemessene Teigmenge ergab 4 Durchgänge, also 24 Stück. Gehalten haben sie aber nicht lange..... Wer halbwüchsige oder "Süsse" Schleckermäulchen im Haus hat, bäckt besser gleich die doppelte Menge.




Zutaten:
Für 4 Personen/ergibt 24 Stücke (Minis !)

100 g Butter (zimmerwarm)
100 g Zucker
1 Vanilleschote, das Mark davon
2 Eier, Gr L
1 Prise Salz
2 El Amaretto (italienischer Mandellikör)
4 El Milch
250 g Mehl
1 Pk. Puddingpulver Vanille Mandel Geschmack mit Mandelstückchen
3 Tl Backpulver (leicht gehäuft)



Zubereitung:

1. Backofen auf 175° (Elektroherd, 155° Umluft) vorheizen.
Vanilleschote aufschneiden, Mark herausschaben und mit dem Zucker mischen. Mehl, Puddingpulver und Backpulver miteinander gut vermischen.

2. Dann in einer großen Rührschüssel weiche Butter und Zucker mit dem Vanillemark schaumig rühren. Salz und nach und nach die beiden Eier hinzufügen und gut verrühren. Dann Milch und den Amaretto hinzufügen und anschließend die Mehlmischung.
[Wer keinen Alkohol einfügen will, nimmt stattdessen insgesamt 6 EL Milch]
Den Teig gut verrühren, bis er reißend vom Löffel geht.

3. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
Dann mit zwei Teelöffeln den Teig portionsweise aus der Schüssel nehmen und auf das Backblech setzen.

4. Die Amerikaner auf der mittleren Einschubschiene im Backofen goldbraun backen. Nach dem Backen entnehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

5. Sie schmecken pur, mit Puderzucker bestäubt, zu Marmelade, können aber auch mit etwas zerlassener Kuvertüre auf der Unterseite bestrichen werden oder mit einem weißen Zuckerguss aus Puderzucker, den man mit etwas Zitronensaft und/oder Wasser zähflüssig verrührt und aufträgt.

Beim Auftragen des Gusses die Amerikaner anschließend auf der Spitzseite trocknen lassen oder noch mit bunten Streuseln (bei der Kuvertüre) oder Schokostreuseln beim hellen Zuckerguss (mögen Kids gern) bestreuen und trocknen lassen. Letzteres passt gut für Kindergartenfeste und Geburtstage.

Als Glasur für die Unterseite kann man auch Haselnussglasur verwenden und gehackte Mandeln oder Mandelkrokant darauf streuen.


© Copyright by Liz Collet

Bildquellen/Lizenz:
Miniamerikaner
Mandelbiskuit

Veröffentlicht in:
Essen & Trinken: Liz Collet, Mini-Amerikaner mit Mandeln, 2007


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