Donnerstag, November 08, 2007

Blooooooss Milchreis ?






Dienstag ist Mehlspeisentag. Bei mir immer schon. Auch für Freitag eignen sich Mehlspeisen recht gut, wenn manche einerseits freitags kein Fleisch auf den Tisch bringen wollen, aber andererseits auch nicht auf Fisch stehen. Schulen mit einer krichlichen Trägerschaft - wie etwa die der PRMS der Erzdiözese München und Freising - achten bei ihrer Schulküche darauf. Und ich finde das sehr erfreulich. Nicht nur, weil Fisch ohnehin gesund ist. Ebenso wie ich gut finde, dass es dort täglich ein fleischloses Gericht gibt. Oder weil ich manche Traditionen gut finde, die auch ein Stück Brauchtum darstellen, auch wenn es auf dem Küchenzettel transportiert wird. Sondern weil sie auch einen Rhytmus von Gewohnheiten im Alltag etablieren, die über das rationale Element hinaus eine emotionale Komponente haben. Es spielt dabei in meinen Augen keine Rolle, ob z.B. Schüler sich dessen (schon) bewusst sind oder erst irgendwann später sich dessen bewusst werden. Denn jedenfalls mir ist in den Jahren jeweils und auch rückblickend sehr wohl aufgefallen, dass und wie wohltuend solche Rhytmen im Wochenlauf auch einen Rahmen mit anderen Elementen der Philosophie und Grundsätze dieser und mancher anderer Schulen der gemeinschaftlichen Belebung des Miteinanders der Schüler und ihrer Eltern und für ein solches bilden. Und wie das eine Identifikation mit einer Schule, Schulgemeinschaft und eben auch Gemeinschaft und damit auch ein Stück Beheimatung und Verwurzelung bewirken kann, bei der alles andere als "Null Bock" durchklingt. Auch wenn - natürlich - wie überall nicht nur heile Welt in einer Gemeinschaft besteht. Und wenn - wie überall - auch mal Fast Food oder Fischstäbchen keine terra incognita und auch zwischendurch auf dem Schulspeiseplan zu finden sind. Aber ich finde dennoch erstaunlich, dass und wie Schulküchen eben doch - zwischen den Zeilen und wenn auch unbewusst wirkend - auch dabei einen Anteil haben, dass Schüler sich mit einer Schule identifizieren können und so heimisch fühlen, dass Gemeinschaft eben wahrnehmbar und WAHRNEHM-bar ist.
Manchenorts macht man sich das längst zunutze durch geeignete Schulprojekte oder sogar Wettbewerbe.

Nun, Mehlspeisen haben da (neben sicher auch ökonomischen Entscheidungen der Schulträger) auch ihren Platz. So greift mein Filius auch nicht selten freitags in der Schulmensa bei der Wahl zwischen dem Fischgericht und dem Alternativgericht zu der Mehlspeise, die für letztere auf dem Plan und zum Essen im Angebot steht.








Nicht jede ist dort natürlich verfügbar. Und bei Milchreis greift er auch nur daheim zu.





Milchreis ist rein begrifflich gesehen, keine "Mehlspeise". Praktisch gesehen dann irgendwie doch. Man möge mir diese kulinarisch-küchenlateinische Inkonsequenz nachsehen. Sie resultuiert aus der schlichten Gewohnheit der Generationen in meiner Familie, die unter der Ankündigung "Heut' gibt's eine Mehlspeis' " auch Gerichte wie Griesbrei und Reisbrei servierten.








Es muss auch bei Milchreis nicht immer "nur" der klassische mit Zimtzucker und Apfelmus oder Apfelkompott sein. Ein paar frische Apfelscheiben oder -achtel, ein paar gehackte Hasel- oder Walnüsse oder eingemachte Sauerkirschen sind nur einige kleine Variationen dazu. Da ich die säuerlichen Kontraste zum Milchreis besonders mag, habe ich schon länger auch mit dem Versuch der Kombination mit Cranberries geliebäugelt. Da mir kürzlich einige frische Cranberries in die Hände fielen, war das die beste Gelegenheit. Nur en passant: es ist erstaunlich, wie wenige Rezepte man finden kann, bei denen frische Cranberries Verwendung finden. Meist werden in den Rezepten getrocknete Cranberries angegeben oder allenfalls (selten) TK-Cranberries. Was bei der Vorbereitung der Rezepte und in einem Gespräch mit einer Freundin darüber diese zu der Frage veranlasste: "Kann man denn frische Cranberries so eigentlich auch essen - oder sind das wieder so Lebensmittel, die man roh keinesfalls verträgt ?"



Die Frage ist keineswegs so lächerlich, wie mancher ad hoc denken könnte. Oder wissen Sie's auf Anhieb ?
Wenn nicht, dann fragen Sie mal die Marktfrau Ihres Vertrauens [notfalls gern auch mich ;-))) ]








Milchrisotto nach Lizchen's Art:
Milch in einem Topf mit einem TL Butter, einer Prise Salz und ein bis zwei Vanilleschoten zum Kochen bringen. Vanilleschoten dann herausfischen und Milchreis unter Rühren in die heisse Milch einrieseln lassen. Da ich die Menge von Reis immer nach Gefühl bemessen einrieseln lasse, ist eine Mengenangabe jetzt diffizil. Ja, sorry, aber das haben Sie jetzt davon, wenn Sie bei Rezepten von mir solche Details wissen wollen und sich bei mir den Appetit holen. Da kommt derlei vor. Ich koche und würze oft nach Gefühl. Beim Milchrisotto ist das insofern leicht, weil ich meist 1/2 l Milch aufsetze und nach dem Einrieseln und leisen Köcheln des Reises dann immer wieder ein wenig Milch nachgebe (wie eben auch beim herzhaften Risotto), bis dieser die richtige Konsistenz hat. In der Regel führt dies dazu, dass ich letztlich zwischen 800 und 1000 ml Milch für das Milchrisotto benötige. Am Ende bleibt das Risotto dann noch mit dem Deckel abgedeckt einige Minuten stehen und zieht noch ein wenig an. Wenn Sie aber nun partout eine Mengenangabe haben wollen, so gehen Sie davon aus, dass Sie für diese Menge an Milch (ca 800 -1000 ml) ca 150 g Milchreis benötigen. Warum ich das diesmal weiss ? Ihnen zuliebe habe ich eine frische Packung Reis von 500 g geöffnet und nach dem Kochen die Packung noch einmal gewogen und die fehlende Differenz errechnet. ;-) [Man kann ja noch so dumm sein, man muss sich nur zu helfen wissen]
Wenn der Reis zur Milch gegeben wurde, die Vanilleschote(n) aufschneiden, das Mark auskratzen und unter das Risotto mischen.
In einem weiteren Topf 1-2 EL Zucker mit etwas Wasser (ca 1/2 Tasse) verrühren und erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat, die ausgekratzten Vanilleschoten hinzufügen und die Cranberries (bei mir diesmal ca 150 g). Mit dem Kochlöffel unter ständigem Rühren ca 5 Minuten köcheln lassen. Die Haut der frischen Cranberries platzt dann von selbst auf und es entsteht ein Mus, das noch mit einer kleinen Prise Zimt aromatisiert werden kann. Mus beiseite stellen zum Abkühlen und vor dem Servieren auf dem Milchrisotto die Vanilleschoten herausnehmen.


©Copyright by Liz Collet



Milchreis löffelweise lecker

Zimtzucker, Apfel und Milchreis

Fruchtig, cremig,herbstlicharomatisch

Milchreis

Milchreis mit Cranberry


Cranberries in Hülle und Fülle













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