Samstag, September 15, 2007

Parlez-vous francais ?

Das würde neben dem Genuss mancher fotografisch interessanter Schmankerl erleichtern, auch die dazu gehörigen Rezepturen zu verstehen und sie selbst auszuprobieren, wenn man mal über die Grenze hinüberblinzeln will. So wie ich das inzwischen regelmässig nur zu gerne mache.
Der Küchenhorizont darf schliesslich ruhig etwas weiter gehen als nur regional zwischen den (tatsächlich oder bei manchen leider eher vermeintlich ?) sog. perfekten Dinner-Abenden und dem "Etiketten-und-Koch-bzw-Köche-Zutaten-Schwindel" von "Kerner kocht", bei dem nicht nur jeder andere, nur nicht Kerner kocht. Sondern bei dem der Moderator allzuhäufig nicht mal (mehr) kostet, was seine Starköche kochen. So gesehen ist es - leider - nur konsequente Fortsetzung dieses Etiketten- und Titelschwindels, wenn er in dem Buch "Kerners Kochbuch" mitnichten Rezepte aus seiner Feder vorstellt, sondern sich hinter dem irreführendem Titel nur eine Auswahl der Rezepte diverser anderer Köche versteckt. Ehrlicher wäre in solch einem Fall der blossen Schmückung mit fremden Kochlöffeln und kulinarischen Kreativideen dann, das Buch z.B. "Kerners Lieblingsgerichte" zu nennen.














click@"Süsse Apfelernte"


Es lohnt allerdings wenig, der Frage auf den Grund gehen zu wollen, warum jemand sich Starköche zum Kochen und Essen in regelmässiger Folge einlädt (weil's halt leider bessere Quote als seine anderen Sendungen der Woche macht ??), der dann bei den Probierlöffelchen allzuoft abwehrt, weil das zu viel sei oder weil er sich zurückhalten müsse. Und nach eventuellen Gründen solchen Verhaltens im Zusammenhang mit seiner phasenweise schon ennervierenden Omnipotenz in Werbespots von Wurstwaren und Durstlöschern zu suchen, die mit dem Genuss kaloriengesättigter Rezepte von Starköchen nicht ganz in logischen Einklang zu bringen wären. Beide und manche andere kulinarische Sendungen kann man/n dennoch geniessen, wenn man sich antrainiert, einzelne teilnehmende Protagonisten weniger als die übrigen darin wahrzunehmen ;-))) und sich lieber dem feinen Geschmack und Humor von Lichter, Schuhbeck, Wiener und Co. zu widmen. Heitere Alternativ-Haferlguggerei bietet sich ja neuerdings besonders mit dem frotzelfreudigen Duo-plus-2-Gäste-Gespann Lichter und Lafer an. Schade nur, dass die Sendezeit nicht immer mit dem eigenen Outdoor-WE-Programm zusammenpasst.... Trostpflaster ist hier aber das auch im Layout witzig gemachte Kochbuch des frechfrischen Duetts der feinen Kochlöffelmaestri "Lafer ! Lichter ! Lecker !", das in erfrischend heiterer Weise die Rezepte zur Sendung und den Humor der beiden fein- und hintersinnig mit vielen fotografisch bestens illustrierten Rezepten für den heimischen Kochlöffelzauber zusammenfasst. [Absolut empfehlenswert ! ]



Zwischen einer Vielzahl durchaus g'schmackiger TV-Sendungen zum Thema und absolut fantastischer FoodBlogs, die in englischer, französischer und italienischer Sprache veröffentlicht werden, haben sich einige dieser Food Blogs bei mir einen festen Platz zum Hineinblinzeln erobert. Bis auf wenige Ausnahmen habe ich die Rezepte dabei nicht nachgekocht oder nachgebacken. Wenn ich - eigentlich jetzt im Moment beim Schreiben erst - darüber nachdenke, warum nicht, dann muss die Antwort darauf wohl aus mehreren Gründen zusammengesetzt lauten: Weil ich schon sehr früh auch bei Kochbüchern nicht mehr strikt den Angaben folgte, sondern sehr schnell selbst zu viel kreative Ideen und Energie hatte und daraus lieber eigene Rezepte weiterentwickelte, als sie einfach nur nachzukochen. Vor allem, wenn man nach einiger Erfahrung schon anhand von Rezepten und Anleitungen bei vielen davon eine ziemlich genaue Vorstellung davon hat, wie das Ergebnis geschmacklich und von der Konsistenz etc sein wird und sofort eine Reihe von Ideen sprudeln, was und wie man es variieren könnte. Vielleicht mehr noch, weil in meinem Naturell ein Wesenszug enthalten ist, der sich gegen schlichtes Nachahmen anderer immer schon leise rebellierend eher für eigene, neue Wege entschied und das auch beim Kochen und Backen nur zu gern mit der Lust am Ausprobieren kulinarisches Bündnis sucht(e).
Gelegentlich wird das auch noch durch die Tatsache (ja ! : ) unterstützt, dass man nicht immer alle die Zutaten verfügbar hat oder organisieren will und kann, die im Rezept Verwendung finden, aber das ist ein sekundärer Aspekt. Tatsache ist schliesslich aber wohl in der Hauptsache, dass mir beim Blättern in den Rezepten anderer einfach viel zu oft, zu schnell und zu spontan durch diese inspiriert zu viele Möglichkeiten und eigene Rezeptideen einfallen - durch eine Zutat, eine Kombination von solchen, ein Gericht, das man auch mal wieder und vielleicht so, so ähnlich oder einfach mal ganz anders, nämlich zB ...mit diesem oder jenem auch variieren könnte, das mir dann dazu grad einfällt.















click@"Apfeltarte"


Es ist wie das Schnuppern an einer mit Marmelade aprikotierten Tarte d'Apricot und Lust bekommen, eine Tarte mit Pflaumen zu zaubern, vielleicht diesmal mit einer Mischung aus Eiern, Sahne, Zimt und Zucker übergossen und den Duft dieser süß-säuerlichen Mischung der Früchte und des Gewürzes und den milden Geschmack der Eiersahne dazu schon auf dem Gaumen zu spüren. Und dann zu überlegen, ob man vielleicht eine der beiden Tarteformen anstatt Pflaumen zu verwenden, mit Äpfeln oder Birnen belegen könnte und was sich bei den Birnen geschmacklich besser in den Guss einfügen könnte, als der Zimt.... und dann zu Vanille zu greifen. Oder die Birnentarte vielleicht mit einem Holundergelee zu glasieren...... und nur die Pflaumentarte mit dem Guss zuzubereiten.

So ähnlich, meist noch viele Variationen mehr an Ideen sprudelnd, ist die Wirkung zumindest bei mir, wenn ich in einem der vielen Kochbücher blättere, die ich in die Hände bekomme oder beim Topfguggern und Hineinblinzeln in Foodblogs.
Bewegt man sich dabei in fremdsprachigen Blogs, ist es manchmal eine heitere Herausforderung, die Anleitungen nachzuvollziehen, gleichzeitig erweitert es auf höchst genussvolle Weise den eigenen Wortschatz - wenngleich ich nicht vermessen genug wäre, bislang in den jeweiligen Sprachen selbst die Rezepte verfassen zu wollen.... noch hielte ich das für zu riskant in Anbetracht der denkbaren Folgen für Zutaten und Rezepterprobungen in den Küchen der Blogleser, wenn sich dabei ein Fehler einschleichen könnte ;-)))
Schon überhaupt meine Rezepte in "harte" Mengenfakten niederkritzeln zu müssen, während ich diese beim Kochen keineswegs genau vorher abmesse (manchmal nicht mal beim Backen), finde ich schwierig genug. Und so muss ich zum Auf-Schreiben der Rezepte nicht selten dieses erneut zubereiten und dann den Block neben mir liegen haben und es dann aufschreiben, während ich es koche/backe. Zum Kochen gehört - finde ich - eben vor allem Gefühl und Kräuter und Gewürze und andere Zutaten schmecken eben nicht immer gleich und daher sind auch die Zutatenmengen nicht immer wirklich völlig identisch. Das banalste und bekannteste Beispiel dafür ist die unterchiedliche Grösse der Eier, aber wer - wie ich vor einigen Jahren in Siena - versucht hat, mit den dortigen Eiern zu backen, weiss nur zu gut, wie es Rezepte verändert, wenn 3/4 der vorhandenen Eier doppelte Dotter im Ei haben. Dass sie - von maisernährten Hühnern stammend - eine fantastische intensive gelbe Farbe allen Kuchen verleihen, ist optisch ein appetitlicher Anblick.
Aber man muss nur mal probieren, wie unterschiedlich nicht nur glatte oder krause Petersilie schmeckt, sondern wie unterschiedlich intensiv und aromatisch sie - je nachdem wo man sie kauft und wie frisch sie dort (nur / noch ) ist, um zu wissen, dass man eben mit Gefühl und Eigengeschmack bei der Sache sein muss, auch wenn man sich an Anleitungen anderer orientiert.

Dennoch lohnt es sich nicht weniger, sondern im Gegenteil umsomehr, auch durch den Blick in die Töpfe anderer immer weiter ein bisschen zu schnuppern, zu kosten, sich "appetizern" zu lassen, wie man es "neukulinarisch" ausdrücken könnte, wenn man mit dem bayerischmundartlichen "sich angank'ln lassen" nichts anzufangen weiss. Dafür habe ich nun auch für die Hereinblinzler hier einige "Copins" ,...einige Komplizen des Geschmacks und der Sinne für Augen und Gaumen vorgesehen, die ich in loser Folge hier vorstellen werde. Allen gemeinsam ist, dass sie - ganz unabhängig von der Sprache und dem Verständnis der Rezepte in ihren Blogs - ihre Posts mit sehenswerten Fotos illustrieren. Ich bin sicher, dass schon diese allein "Appetizer" für meine Buddies für ihren täglichen Menüzettel sind und darüberhinaus feine Anregungen für eigene Foodfotos ... Keine Verantwortung übernehme ich - wie immer - für die Nebenwirkungen, wie die Lust auf Kochen, Backen, exzessive eigene Fotografie und die Lust, mal wieder Urlaub zu machen, am besten da, wo andere kochen .... denn manche dieser Blogs zeigen auch augenerholsame Bilder, die Lust auf eben solche Kurztrips oder Urlaube machen ..... [seufz].

Wie auch immer...viel Spass und Genuss dabei ... et maintenant, allons-nous !
Heute besuchen wir Béa, eine Französin, die mit ihrem irisch-amerikanischen Ehemann in Boston lebt, bei La Tartine Gourmande.
Viel Spass.

Weitere interessante Küchen, die ich gerne besuche, finden sich hier bei mir [siehe rechts in meinem Menüpunkt "Digest Those Food Blogs"] und [nicht-, bzw. teil-kongruente Schnittmenge !!! ]bei "Mes Amis" in meinem französischen Blog "Liz Collet Photographie", die auch regelmässig erweitert wird. Einfach mal wieder reinklicken bei "Mes Complices de la Cuisine".

Und ....natürlich bei mir ! ;-))))
Au revoir et à bientôt mes amis !



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©Copyright by Liz Collet

Bildquellen und Leinwand/Fotodruck

Süsse Apfelernte
Apfeltarte


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