Mittwoch, September 19, 2007

Schnelle Küche ..............?

Es gibt Gerichte und Leckereien, bei denen es zu heiteren, da absurd erscheinenden Titeln kommen kann. Schon mal aufgefallen ? Ich spreche jetzt nicht von Rezepten, Lebensmitteln oder Gerichten, in denen es dank Titeln zu Missverständnissen kommen kann, die in der Skala der Erfahrungen mit eben solchen von amüsant über irritierend bis schmerzhaft liegen können. Wir erinnern uns an die Aus’zogenen ? Heute kommt mir das so in den Sinn, während ich für das heutige Augenschmankerl und den kleinen Gaumenschmaus, auf den ich nach längerer Zeit einfach mal wieder g'lüstig war, den passenden post-Titel nachdenke. Spontane Idee : "Heute mal : Schnelle Küche". - Und muss ad hoc herzhaftest lachen. Bei-Leibe auch bei Leib-Speisen kein schlechter Effekt, denn - siehe unten - Lachen ist schliesslich gesund und so haben die kleinen Racker auf dem Speisezettel schon mal temporeich das Ihre dazu beigetragen, beitragskostenfrei mein Wohlbefinden zu steigern.) Das Absurde an dem post-Titel ? Das liegt an den Zutaten. Welchen ? .... Man wird schon noch sehen....... dazu ein wenig später....




Denn beim Suchen nach dem vielleicht besseren Titel des heutigen posts spazierwandeln die Gedanken hupfend weiter. Über Namen, Ursprünge und Quellen solcher Gerichte oder Lebensmittel könnte man Bücher schreiben und ich wäre gar nicht überrascht, wenn jemand das bereits getan hätte. So nach dem Motto „Die beliebtesten Rezeptirrtümer“. Nachdem sich selbst ein Markt findet, in welchem es schon für die Marktfähigkeit eines Printprodukts genügt, wenn jemand sich - wie beim "Lexikon der kuriosen Rechtsfälle" - darauf beschränkt, einfach nur eine Zusammenstellung von Urteilen verschiedenster Gerichte herzustellen. Nein, JETZT sind die anderen gemeint, die nichtkulinarischen, die manchmal trotz Humors ungeniessbar, wenig bekömmlich und schwer verdaulich wirkenden. Und wir sprechen gerade von Urteilen der Gerichte und nicht Urteilen über Gerichte.
Obwohl.....dazu kommt es dann ja fast immer auch. Die Tatsache, dass es - aus gutem Grund - einen Instanzenzug in unserer Justizordnung gibt, ist (selten offen eingestanden, aber) eine weise verfassungsrechtliche Konsequenz aus der justiziellen Selbsterkenntnis, dass auch Richter nicht unfehlbar sind und daher einer grundsätzlichen Kontrolle durch Dritte bei aller richterlicher Unabhängigkeit bedürfen. Erfahrung hat diese Selbsterkenntnis reifen lassen, mehr die der anderen Prozessbeteiligten, welche in früheren rebellischen Zeiten solche rechtliche Grundsätze erkämpft und erstritten haben, die es - man mache sich da nichts vor - auch heute noch und immer wieder erkämpft werden müssen, um erhalten zu werden. Freiheiten und Gerechtigkeit bestehen nicht von selbst, denn sie setzen den Macht- und Einflussfreiheiten anderer Grenzen, welche diese kaum je freiwillig abgeben. Es sei denn um einen (verhandelbaren, soll heissen: verhandlungsfähigen und in erster Linie für eben einen anderen damit interessanten zu erlangenden seinerseitigen) Vorteil, der ihm den Preis wert scheint, ein Stück Macht abzugeben. Selbst das ist aber selten per se der Fall und kostet zähes Abhandeln. Nach wie vor eines meiner Lieblingsbücher ist in dem Zusammenhang für mich "Das Harvard-Konzept", das in und zwischen allen Zeilen genau diese Tatsache in Strategieoptionen und -potentiale führt, welche bei kompetentem Einsatz Verhandlungen zur genussvollen Herausforderung machen können.
Leider werden die damit verbundenen Potentiale selten genug - auch in Zeiten des Hypes um Mediation - ausgeschöpft oder von geschickt genug damit Operierenden gehändelt, um den Weg in die Instanzen und durch diese bis zur höchsten Instanz zu vermeiden. So dass es zu kuriosesten Fällen in den höchstrichterlich anhängigen Verfahren und zur Autoren-Verdienstmöglichkeit für Organe der Rechtspflege neben ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit als weiterer gedruckter Stilblüten des Rechts kommt. Die führen aber in den seltensten Fällen zur Einsichtigkeit IHRER Leserschaft, wenn es dann bei Gelegenheit und Anlass um "IHR Recht" geht, bei welchem sie selbstverständlich nicht mit den Streithansln in eine Schublade der Justizakten registriert, be- und verurteilt und abgelegt werden dürfen, wie jene, die dann im Zweitaufguss, pardon: in schriftstellerischen ERgüssen mancher zu fragwürdigen (nicht EUER Ehren, aber) "Ehren" kommen.



Wenn schon Fall-Sammlung von Heiterkeiten, Absurditäten und Begriffsirrtümern, dann sind mir persönlich doch lieber solche aus der Medizin, die sich nicht nur in einer blossen Zusammenstellung beschränken, sondern auch mit seinem eigenen Wortwitz, Hinter- und Doppelsinn und feiner Ironie zusammengestrickt in bester präventiver Tradition dem Motto "Lachen ist gesund" und der Erfahrung "Lachen ist die beste Medizin" in täglich unschädlicher Dosis Wirkung und Wahrheit verleihen können. Gerade weil man Humor vor allem dann braucht, wenn man es mit der (bitteren) Medizin zu tun bekommt. Tumor ist, wenn man trotzdem lacht. Dann erst recht. Eine Erfahrung, die nicht nur Tumorpatienten nach einer LTx (Anm. der Red. : Lebertransplantation) mittels Split-Leber-Transplantation machen, bei welcher dem Patienten entweder von einem postmortal gespendeten und von Eurotransplant vermitteltem Organ oder im Falle der Leberlebendspende ein Teil der Leber eines lebenden Angehörigen übertragen wird, ist "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben". Bei Patienten nach einer Split-LTx das erhaltene Teilorgan auf "Normalgrösse", bei den Lebendspendern ihr verbliebener Teil der Leber ebenfalls. Wenn's gut geht. Humor ist die beste und manchmal letzte Waffe. Wozu hat man schliesslich Galgenhumor ? Und auch den braucht man nicht nur dann, wenn die Kommunikation zwischen Patient und Arzt derart verläuft, dass man sich die Übersetzungshilfe "Langenscheidt Arzt-Deutsch / Deutsch-Arzt" gerade im Gespräch mit letzterem zur Hand wünscht. Ich sage zwar üblicherweise nichts ohne meine Anwältin, aber ich gestehe in diesem Fall: Es gab schon Situationen, in denen ich dieses Wörterbuch weniger wegen der Übersetzungshilfe in den Zeilen darin, sondern eher wegen der handfesten Schlagkraft des Werkes als möglicherweise hilfreich gedanklich in Erwägung zog, während ich den mir vis-à-vis sitzenden Halbgöttlichen in weiss weiterhin charmant anlächelte - Gedanken sind frei , auch bei Didaktik durch Drastik...... man muss sie allerdings dann letztlich doch anders zur Strecke bringen, um zu erfahren und zu bekommen, was man als Patient braucht - an Information und Behandlung. Erst wenn andere Mittel nicht genügen, kann und muss man sie vielleicht doch noch zur Schnecke machen. Verbal ? Hm. Soll schon gewirkt haben. Nonverbal ? Mist, da wären wir dann à la longue doch wieder bei den Juristen,.... und so nonverbal geht's da ja auch nicht zu. .... wie man dann in den Schriftsätzen und Urteilen hinlänglich sieht.
Justizias Mühlen aber mahlen langsam. Im Schneckentempo. (Diese Meinung werden nicht alle teilen, aber man kann es sicher nachvollziehen, dass es manchen Delinquenten eben so oder so IMMER zu schnell gehen wird, wenn man ihrer habhaft wird). Ist es nicht auffallend, wieviel Schnecken mit Medizin zu tun und auch gemeinsam haben ?
Wie im wahren Leben scheinen manche allerdings dort allzuleicht den Blick in die falsche Richtung zu lenken, wenn sie ihre Schleimspuren ziehen, und leider rutschen selten sie selbst darauf so gründlich aus, wie der eine oder andere Patient und sein juristischer Beistand es sich wünschen würden. Beweislasten sind schwere Lasten. Schwerer als Schneckenhäusls, die Schleimspurexperten mit sich rumtragen. Man kann mit manchen Schnecken dennoch Genuss und mit dem einen oder anderen, den man zur Schnecke macht, sogar seinen Spass haben.

Ein geniales Mittel, wie man den Stress zu Schnecke machen kann, (wenn man darüber nicht die Zeit und den täglichen Kram auf dem Schreibtisch vergisst, der unerledigt sonst wieder zu Stressterminen führt), habe ich heute frühmorgens entdeckt. Man muss einfach Doktorspiele ganz neu lernen. Man nehme das bitte ganz ernst !!!! Am besten frühmorgens um 5 Uhr. Wer dann mit heiterer Musik und nach gründlicher online-Untersuchung noch nicht erfrischt-wach und heiter ist, darf dann gerne noch ein wenig mit den Schneckerln spielen.
Das hat noch nicht gewirkt ? Dann vielleicht doch noch einen Termin zur persönlichen Konsultation vereinbaren......?



Für mich stehen heute erst mal die Schnecken auf dem Menüplan.
Diese und jene. Die einen haben mir in Studienzeiten zur Sättigung verholfen, wenn die Clique mal wieder abends durch die Gassen von Regensburg unterwegs war und dann entweder im "Rosarium", im "Oma Plüsch", im "Türmchen" (in dem ein Irish Pub auf mehreren Etagen war) oder im "Orphée" landete. Im Bistro "Orphée" hatte ich es bei solchen vergnügt verbummelten Abenden am leichtesten mit meinem knappen Budget - mit einem Viertel des französischen Landweins (der keinen schweren Kopf für den nächsten frühen Morgen in der Bibliothek noch vor den Vorlesungen machte) und der Portion Schnecken im Pfännchen kam ich mit weniger als 5 DM dank des zu beidem gereichtem endlos neu gefülltem Baguettekorb immer auch satt über die Runden und den Abend.

Schnecken sind vielleicht nicht die schnellsten, aber manchen dennoch immer genau die erforderlichen Fühlerlänge voraus. Als z.B. bei der Gründung der EU ein Franzose, ein Deutscher und ein Österreicher dies für einen Anlass hielten, diesen geschichtsträchtig bedeutsamen Akt mit einem Menü gemeinsam zu feiern, bei dem jeder für einen der Gänge ein Rezept seines Landes beisteuern sollte, war klar, dass dazu für den französischen Teil auch einer mit Weinbergschnecken gehörte. So brachen sie zu dritt in den Weinberg auf, jeder mit einem Spankorb, verabredeten, sich am Ausgangspunkt wieder zu treffen, wenn jeder sein Körbchen gefüllt habe und zogen los in verschiedene Richtungen des Weinbergs. Nach 10 Minuten fand sich der Franzose erneut ein, nach 30 Minuten der Deutsche, beide mit gefülltem Körbchen. Sie warteten 1 Stunde, 2, 3, ....nach 5 Stunden erschien endlich der Österreicher, erschöpft mit hängenden Schultern und leerem Körbchen. Auf den entsetzt-erstaunten Zuruf seiner beiden Mitsammler "Ja, sag einmal , hast Du denn nicht eine einzige Schnecke gesehen !???" antwortete er "Gesehen ? Doch, doch - GESEHEN habe ich Dutzende. Aber immer wenn ich zugreifen wollte, um sie zu fangen.... husch husch weg waren sie !!!".




Aber mal im Ernst. So ambivalent Schnecken als Mahlzeit und Lebensmittel für manchen Gaumen und dazugehörige Ohren klingen mögen, einen Versuch lohnen sie dennoch. So haben sie - wie man in einem Bericht der SZ vom September 2006 zu lesen fand - viel Eiweiss und wenig Cholersterin. Zudem sollen sie
im Vergleich zu einem Steak mit einem drei Mal höheren Proteingehalt im Verhältnis zum Gewicht aufwarten können.
Die "Schwäbische Auster" soll ein Trick von Nonnen und Mönchen gewesen sein, den Speiseplan in der fleischlosen Zeit anzureichern und das Fleischverbot zu umgehen. Es könnte daher - zumindest in diesem Kontext gar nicht so falsch sein - mal 1 Million Schleimer heranzuzüchten.

Nicht nur










Vitamine sind gesund für Leib und Seele. Optisch sonnenwärmend, wie auch fruchtig betrachtet.
Im Gegensatz zu anderen Bereichen des Alltagslebens, in denen leider viel zu viele den Weg zum Erfolg auf der Schleimspur suchen, wären sie hier mal nachgerade sogar nützlich und geniessbar.
Zumal sie lange Küchentradition
in den Küchen Frankreichs, Griechenlands, Italiens und Spaniens haben. So sollen sie im Ursprungsrezept der Paella zu den Zutaten gehört haben und auch in Zuchtbetrieben der alten Römer für den Speiseplan herangezogen worden sein, wie Sievers in seinem Schneckenkochbuch beschreibt.
Manche der kleinen Racker sind geradezu zum Renner avanciert und haben sich auf dieser Schleimspur, ...pardon: auf diesem Weg zu Sterneköchen und Sterneküchen sogar ein Markenzeichen erarbeitet. Wie der
"Albschneck". Aktuell wäre auch gerade die beste Jahreszeit, diesen und leckere Rezepte einmal zu kosten. Denn in der Zeit von Oktober bis zum Frühjahr findet man sie auf der Speisekarte mancher Restaurants. Beispielsweise in der Schwäbischen Küche des grossen Lautertals im Hotel Gasthof zum Hirsch, wo der Albschneck bei manchen Gästen offenbar zwischen den ebenfalls auf der Karte vertretenen fangfrischen Lautertal-Forellen, dem Schwäbischen Rostbraten, den Maultaschen, Wildgerichten und Lamm das Rennen machen. Nicht allein für Wanderer und Radausflügler, sondern sicher auch für fotografische Schmankerlsucher bietet die Schwäbische Alb und das Lautertal reizvolle Ziele: Bei der Wahl zwischen
Wimsener Höhle, Schloss Lichtenstein, Burg Hohengundelfingen, Burg Hohenzollern, Zwiefalter Münster, Bärenhöhle mit Freizeitpark, Kajakfahren auf der Lauter, Thermal- und Erlebnisbad "Aquadrom" in Bad Urach und Thermalbad und Federsee mit Federseemuseum in Bad Buchau ist sicher für manchen etwas dabei. Und wer beim dann sicher eintretenden Bedürfnis zur kulinarischen Sättigung partout nicht schneckerltempoartig eben solche geniessen mag, wird wie Gudrun Ruf nicht minder fündig für seine ganz persönlichen Renner werden.

So oder so, Schneggerl haben und finden weiterhin ihre Liebhaber. Fastfootartig....pardon: nicht fast-food-artig, sondern slow-food-artig. ;-)

Allein Hereinblinzlern und Herein-Vorfühlern...."-Hereinfühlenden" noch einen - vor allem : HEITEREN Tag !

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Vitaminquartett in Gelb (Leinwanddruck)

Vitaminquartett in Gelb

Schnecken und Schnecken

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Lizchens Büchersofa
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