Mittwoch, August 22, 2007

Panna Cotta di Espresso







Unter den aktuell zur Rezension auf meinem Schreibtisch liegenden diversen [Koch-, Back- und anderen] Büchern liegt dieser Tage auch "Dolci" aus dem Zabert Sandmann Verlag.
Darauf ist mein Blick schon länger gefallen, wenn ich bei einem meiner Bummelgänge durch meine Lieblingsbuchläden eben diesen über die neueren Bücher und blätternd darin spazieren liess.


Der broschierte Band enthält auf 128 Seiten nach einleitenden Kapiteln "Aus der Zuckerbäckerei" und "Step by Step"-Anleitung vor dem "Rezeptregister" 4 Hauptkapitel: "Creme- und Eisdesserts", "Desserts aus Pfanne & Ofen", "Kleine Naschereien" und "Kuchen und Torten".
Zu jedem der Rezepte im üblichen Aufbau der Zutatenübersicht und anschliessenden Beschreibung der Zubereitung sind ansprechend schöne Bilder illustriert. Aufmerksamkeit sollte man allerdings bei den Zutatenangaben darauf richten, dass diese uneinheitlich in der Personenzahl variieren (zwischen 2 und 8 Personen).

Diese Woche eignet sich nun gerade gut, um eine Auswahl von Rezepten zu testen, weil das gemischte Wetter durchaus Lust macht, nachmittags den Tee mal mit diesem oder jenem DOLCE zu versüssen und sie an einem der vermutlich letzten milden Spätnachmittage in der Dachgartenlaube zu verschnabulieren, sozusagen als kleine Schlemmerpause zwischen der Arbeit.

Ausserdem war mir gerade dieser Tage besonders nach Süssem, Kaffee und Vanille.


Als erste der Rezepte habe ich getestet das Zitronentürmchen mit Buttermilch und Birne, die Panna Cotta mit Himbeersauce, die Mandelcreme mit roten Beeren, die Zabaione mit Amaretti und das Himbeer-Joghurt-Eis.

Beim Himbeer-Joghurt-Eis habe ich abweichend vom Rezept allerdings den bunten Puffreis (aus dem Alter bin ich raus und ausserdem war die Vorstellung von leicht angeweichtem Puffreis im Eis nicht so verlockend für mich) weggelassen. Dem Ergebnis hat das keinen Abbruch getan, wenngleich ich den Geschmack der Bananen etwas zu dominant gegenüber den Himbeeren fand. Vermutlich bewirken die Bananen die bindende weiche Konsistenz im Geschmack, dennoch werde ich sicher beim nächsten Mal die Bananen weglassen.

Die Zabaione war unkompliziert, leicht und lecker herzustellen. Das Rezept für die Amaretti gelang ebenfalls gut, doch ist der Aufwand für die Amaretti m.E. nicht wirklich sinnvoll, da diese im Vergleich zu denjenigen, die man im Handel erhält nicht wirklich entscheidend besser im Geschmack sind. Das Rezept für die Amaretti buche ich persönlich daher unter "könnte ich auch wieder selber, hab ich bereits ausprobiert, muss ich aber nicht wiederholen". Manches muss man nicht komplizierter machen, als das Ergebnis rechtfertigt.

Nachdem ich das Zitronentürmchen mit Buttermilch und Birne zunächst mit Buttermilch ausprobiert hatte, fand ich ihren Geschmack zwar frisch und leicht. So könnte es besonders an heissen Tagen als Ersatz für Mittagspause sehr lecker sein und lässt sich gewiss gut in Schraubglas abgefüllt auch mit ins Büro mitnehmen oder auch zuhause als leichtes Mittag- oder Abendessen einen leichten Genuss darstellen. Im zweiten Versuch habe ich wegen der Konsistenz des Türmchens alternativ Joghurt anstelle der Buttermilch verwendet, eine Variante, die einen noch angenehmeren, feinen und milderen Geschmack bewirkt. Wenn man das Dessert nicht stürzen möchte, kann man auch unter die Creme bereits klein geschnittene Birnenstückchen mischen und es im Gratinförmchen servieren.

Enttäuschend war indessen das Rezept für die Mandelcreme mit roten Beeren.
Die gemahlenen Mandeln haben sich in der Milch so vollgesogen, dass es nicht möglich war, aus den eigentlichen 500 ml Milch mehr als knapp 70 ml Mandelmilch wieder herauszufiltern und herauszudrücken. Auch ist nach dem Verwenden der 250 g Mandeln nur für diesen Arbeitsschritt im Rezept selbst keine weitere Verwendung dafür vorgesehen. Diese Verschwendung ist eigentlich ärgerlich. Vielleicht könnte man sie noch für einen Mandelrührteig (z.B. für Guglhupf oder für einen Blechkuchen) verwenden, das Rezept selbst bietet dafür aber keinen Vorschlag an. Umso ärgerlicher aber, wenn dann kaum Mandelmilch aus dem Vorgang gewonnen werden kann und der minimale Extrakt mit den weiteren Zutaten vermischt auch kaum Mandelgeschmack ahnen lässt und ebenso als Vanillecreme geschmacklich durchgehen würde. Diese aber wäre anders leichter und ohne vergeudete Zutaten herstellbar.

Mit dem "Mandelbrei" habe ich daher dann ein Mandeldessert hergestellt, das in den nächsten Tagen gesondert gezeigt wird.

Erfreulich - unkompliziert und geschmacklich und in der Konsistenz - hat sich dagegen die Panna Cotta mit Himbeersauce im Ergebnis gezeigt. Sie hat mich inspiriert, das Rezept gleich einmal abzuwandeln.


Herausgekommen ist als wunderbare Panna Cotta di Espresso ein italinischer Dolci-Traum.
Dazu werden am Vortag eine kleine Menge Espressobohnen

















durch Rösten in der Pfanne und anschliessendem Aufkochen der Bohnen in Sahne






mit einigen Vanilleschoten veredelt. Über Nacht ziehen sie in der Sahne zugedeckt im Kühlschrank. Anderntags werden sie dann weiter verarbeitet für die Panna Cotta di Espresso.




Auch zu dieser passen sehr gut Beeren - Himbeeren, ebenso wie Brombeeren.


Aber auch ein feiner Fruchtspiegel aus Zwetschgen oder Hollerbeeren, parfümiert mit etwas Likör als Basis für die darauf gestürzte Panna Cotta ist eine wunderbare Geschmackssymbiose.

















Diesmal habe ich sie mit einem luftigleichten Moccabaiser gepaart, mit hell karamellisiertem Zucker dekoriert und in einen Kreis von sahniger Karamellsaucetropfen gebettet.



©Copyright by Liz Collet

Bildquellen und Leinwand/Fotodruck:

Italienischer Desserttraum

Panna Cotta di Espresso

Mokka Panna Cotta

Panna Cotta mit Espresso und Karamell


Lizchens Herz für Panna Cotta Träume

Lizchens Espresso Panna Cotta


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