Freitag, August 17, 2007

Donuts



Schon länger hatte ich mir vorgenommen, mich endlich auch einmal dieser amerikanischen leckeren Sünde mit einigen Rezepten zu widmen. Eine Sünde sind sie in der Tat, denn in ihrer üblichen Zubereitung - so lecker sie sein mag - schlagen sie in Fett schwimmend herausgebacken umgehend als Gold an den Hüften zu Buche. Und auch der meist etwas zu intensive Geschmack an Fett bei manchen der Rezepte ist nicht jedermanns Sache.
Ich habe gar nichts gegen Gebäck, welches im Fett herausgebacken wird. Das traditionelle Gebäck zu Kirchweih - die sog. Aus'zogenen oder Kirchweihnudeln - liebe ich seit Kindesbeinen und die Arbeit in Bäckereien hat für dieses Gebäck ebenso wie für ihre "Gebäck-Geschwister" - Krapfen (Berliner), Stritzeln (ein Hefeteig), Straubinger (ein Brandteig) oder auch kleineres Schmalzgebäck den Blick noch erweitert, wie diese in einer mittelständischen Bäckerei zu Hunderten täglich hergestellt werden: Zwischen dem Laden und Café und der Grosshalle mit den Brotbacköfen und der Feinkonditorei mit Kühlräumen am anderen Ende der Halle führte der Weg an einem hohen, rundum verglasten Raum vorbei, in welchem einige Mitarbeiterinnen in den grossen viereckigen Wannen mit siedendem Schmalz das Schmalzgebackene herausbuken und darauf achteten, dass diese regelmässig im heissen Fett gewendet wurden, um ihre schöne goldbraune Farbe zu erhalten.
Das waren - erst recht an den Faschingstagen oder an Sylvester und Neujahr - ganz andere Mengen und Verarbeitungsformen, als daheim oder bei meinen Grosseltern, wenn der Hefeteig nach dem Gehen so in der Hand geformt, gewendet, gedreht und gedehnt wurde, bis der Teig aussen den dickeren Ring und innen eine so hauchdünne Teigschicht bildete, dass man das Muster des Küchenleinens erkennen und sogar den Druck der Zeitung hätte lesen können.
Traditionell Gebäck für Kirchweih und Erntedank. Mit Muße bereits frühmorgens angerichteter Teig, Gangerl und Teigstücke - bis es dann an der Zeit war, das Mittagessen vorzubereiten, lagen die fertigen Teigstücke schon parat, mit einem feinen Küchenleinen abgedeckt, um später zum Kirchweih-Kaffee frisch im Fett herausgebacken und noch warm und nach Zimtzucker duftend auf den Tisch gebracht zu werden. Zu diesem Traditionsgebäck gibt es leichte Varianten, aber diese sind weit leichter verfügbar und auffindbar, als die Suche nach Doughnuts ergab.

Wer zusehen mag, wie Schmalznudeln, Kirchweihnudeln, Ausgezogene und Stritzeln frisch und knsuprig herausgebacken werden, kann das übrigens nur wenige Schritte vom Viktualienmarkt entfernt im "Café Schmalznudel".
Man sollte es nicht tun, ohne auch eines der noch warmen Gebäcke zu probieren und wenn man davon süchtig wird, hilft es, sich noch eines oder mehrere für später oder den nächsten Tag mitzunehmen. Daheim in eine Gefriertüte verpacken und am anderen Tag entweder auf dem Brötchenrost des Toasters oder im Backofen aufgewärmt, sind sie fast so lecker wie frisch.

Nachdem ich einige Kostproben aus diversen Rezepten für Donuts in opferbereiter Versuchs- und Experimentierfreude in der einen oder anderen Bäckerei genascht habe, habe ich zwar durchaus einige leckere Exemplare entdeckt. Doch für die Zubereitung zuhause ohne Verwendung des (offenen) Frittiertopfes war ich damit noch nicht so recht glücklich.



Interessant ist es aber allemal, wenn man versuchen will, der Sache auf den Grund zu gehen, woher das Rezept für Donuts (Doughnuts) ursprünglich stammt und welcher Teig dafür im Original verwendet werde. So ist schon fraglich, ob ein Rührteig oder ein Hefeteig für den "Classic" Doughnut Grundlage sein müsste.
Auch die ersten anderen Recherchen waren nicht so recht eindeutig.

Für Quark-Öl-Teige und zum Backen im Ofen gibt es inzwischen bereits einige Varianten von Backformen, die sich je nach Teig ebenso gut eignen wie für Muffinsteig. Für Hefeteigrezepte haben sich dagegen bei mir besser Ausstechformen bewährt.

Das Thema rückte fast wieder in den Hintergrund, als ich buchstäblich über ein günstiges Exemplar eines dieser zwischenzeitlich überall erhältlichen Donuteisen stolperte. Nun bin ich zwar ein skeptischer Gegner aller vermeintlich notwendigen Neuheiten an Kleinelektrogeräten. So habe ich mich lange Zeit standhaft gegen einige dieser Newcomer und Ein-Jahres-In-Fliegen an technischen Neuheiten gesträubt, die meist im Weg herumstehen oder im Schrank verstaut dann doch nicht oder zumindest nicht öfter als einmal jährlich herangezogen werden, um ihren Job zu tun.

Wie das dann so ist, kommen sonst sehr liebe Menschen ausgerechnet bei einem so Must-Not-Gegner wie mir auf die Idee, mich durch Geschenke zu Weihnachten oder Geburtstagen davon überzeugen zu wollen, dass das, was sie selbst faaaaabelhaft finden (aber erstaunlich selten verwenden) unbedingt auch in meinem Haushalt einziehen müsse. Sie meinen es gut und wer könnte dann ernstlich böse sein. Und einzelne Geräte haben sich auch schon seit vielen Jahren intensiv und treu bewährt, wie z.B. mein Waffeleisen.
Jedoch muss ich gestehen, dass erst seit meiner Tätigkeit als Foodfotografin einige der anderen kleinen Untermieter überhaupt ein zweites Mal Gelegenheit erhalten haben, nicht arbeitslos wohlbehalten verstaut ihr Dasein Jahr um Tag zu fristen.

Und so höre ich neuerdings - jajaja, schmunzeln Sie nur ! - immer wieder ein verschmitztes "Ich wusste doch, dass meine Idee genau das Richtige für Dich war !!" - Und ich muss - auch schmunzelnd - zugestehen : "Stimmt."

Durch diese Erfahrungen und Selbstkorrekturen meiner Skepsis hat sich mein Verhältnis zu diversen Kleinelektrogeräten in der Küche gewandelt zugunsten einer neuen Regel: "Wenn sich ein Gerät mit der Verwendung von 1-2 Foodarbeiten oder dem Gegenwert eines Café -Besuchs oder Restaurant- Besuches amortisiert oder amortisieren würde, fange ich an, darüber nachzudenken, ob es bei mir einziehen darf."
Diese Hürde hat nun einer der überall im Handel und Online-Handel aus dem www. spriessenden Donutmakers erfolgreich genommen.

Schwieriger ist es indessen, geeignete Rezepte zu finden, die weder zu lappig, noch zu trocken werden, sobald sie aus dem Donutmaker gekommen sind und etwas abgekühlt sind. Das dem Gerät beigefügte Rezept hat mich in der Hinsicht leider nicht wirklich überzeugt und die Recherche im Internet und diversen Foodblogs spiegelte die auch bei anderen vorhandene Frustration bei demselben Problem wider. Dabei kursieren allerdings so viele Rezepte im Net, dass man allein damit ein anderes nettes Fundstück füllen könnte, das ich bei der Suche ebenfalls entdeckte. Immerhin eine der Möglichkeiten, wie man Ordnung in das eigene Archiv der Rezepte bringen kann, andere Möglichkeiten - ganz nebenbei bemerkt - findet man bei Delicious Days.

Allerdings fand ich bei der Suche nach Donutrezepten dann noch ein ganz und gar kalorienneutrales Angebot für Donuts in Andreas Küche, in der ich immer wieder gern kiebitzen gehe.

Wie man sofort erkennen kann, erwies sich dieses allerdings für meine Zwecke nicht gleichermassen praktikabel, doch muss man manches einfach gesehen haben - für das tägliche Augenschmunzeln.

Fertigteigmischungen, wie sie inzwischen für alles mögliche im Handel verfügbar gehalten werden, mögen ja für viele eine schnelle Lösung sein. Aber ich werde den Verdacht nicht wirklich los, dass sich hinter den meist in Flaschen schon angebotenen Artikel für Pfannkuchen, Donuts u.a.m., denen nur noch eine angegebene Menge Milch hinzuzufügen sei, mehr oder minder alle fast identische Geschmacksnoten und Konsistenz verstecken. Von den Inhaltsstoffen mal abgesehen, die man eigentlich vermeiden kann, wenn man Teig frisch zubreitet.
Dennoch habe ich nach dem Einzug des Donutmakers zwei Exemplare derartiger Teigmischungen unterschiedlicher Anbieter in die Cucina eingelassen. Sie sollten in Konkurrenz zu dem Rezept, welches dem Donutmaker beigelegt war treten. Nunja.... sie bekommen alle drei nicht wirklich eine weitere Chance. Nein, leider ganz und gar nicht.


Stattdessen hat sich nach verschiedenen Versuchen eines eigenen Rührteiges für die Verwendung im Donutmaker nun der folgende eigene Teig am besten bewährt.




Lizchens Donuts

Zutaten:

250 g Mehl
120 g Zucker
1/4 l Milch
Mark einer Vanilleschote
(oder 1 P. Vanillezucker)
3 Eier
50 g zerlassene Butter
(oder 50 ml Pflanzenöl)
1 P. Backpulver
1 Prise Salz

Zubereitung:

Zutaten miteinander verrühren, 1/2 Stunde Teig ruhen lassen; Donuteisen aufheizen und vor dem jeweiligen Füllen der Formen mit einem Backpinsel etwas Öl oder zerlassene Butter darin verstreichen (es genügt sehr wenig). Dann pro Form nur ca 2 TL Teig füllen, da dieser noch aufgeht. Sobald sie goldbraun sind (die meisten Donutmaker besitzen eine Signalleuchte hierfür, aber auch der Duft verrät, wann sie goldbraun locker fertig sind) den Donutmaker öffnen und die Donuts vorsichtig aus den Förmchen lösen und auf einem Kuchengitter liegend abkühlen lassen. Am besten hat sich dafür einer der Raclette-Holz-Löffel bewährt.


Nach dem Abkühlen lassen sie die Donuts mit unterschiedlichsten Dekovariationen vervollständigen, z.B. Zuckerguss, Schokoladenguss, Schokostreuseln, Krokant, Zimtzucker, Puderzucker, etc.

Die angegebene Menge ergibt rund 60-70 Donuts aus dem Donutmaker.








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American Sin

Hazelnut Donut

Kalorienhochstapler

Leckere Kringel

Leckeres mit heissem Eisen

Volle Ladung

Donuts hausgemacht

Donuts in bunter Runde

Bunte Mischung






1 Kommentar:

Lara hat gesagt…

Ich brauch sofort einen Donut-Maker!!!!:))))
Danke, dass Du für uns das beste Rezept herausgefunden hast!