Dienstag, Oktober 30, 2007

Markt, Mangold und Melanzane





Vorige Woche wurde ich auf einige meiner Foodbilder angesprochen, die ein Unternehmen sehr gern als Dekoration in Form von Wandbildern grossformatig verwenden würde. Dort werde derzeit die Mitarbeiterkantine neu eingerichtet und eine freie Wand gegenüber der Fensterfront biete Platz für 4 Bilder. Die Einrichtung werde voraussichtlich in den Farbtönen grün und violett gehalten (die Farbauswahl stehe aber noch nicht endgültig fest), die Motive der Bilder sollten daher nach Möglichkeit auch in diesen Farbtönen gehalten werden. Einige der Foodbilder mit grünem Gemüse oder Feigen gingen daher schon in die Richtung, ob da aber nicht vielleicht noch andere Motive vorhanden seien ?
Anfragen wie diese finde ich immer spannend. Auch deswegen, weil ich interessant finde, beim Bildinteressenten direkt zu erfahren, welche Bilder ihn ansprechen, wie er sie auswählt und wo sie konkret dann Verwendung finden. Bei manchen der Bilder in den Bildagenturen ist das (leider) nicht immer der Fall.
Natürlich sind im Bilderarchiv immer auch noch einige Variationen mehr vorhanden, aber gleichzeitig ist eine solche Anfrage immer auch Anlass, neue Motive gezielt nach solchen Vorgaben zu erneuern oder zu ergänzen. Da ich zufällig gerade in der vergangenen Woche wieder am Markt vorbeikam, hielt ich also gezielt nach Produkten Ausschau, die einmal nur unter der Farb-Auswahl dafür in Betracht kämen, kombinierbar sein könnten und sich auch für Nahaufnahmen gut eignen.





Mangold bot sich dabei ideal an. Er hat mit seinen grün-weissen Strukturen schon per se eine sehr schöne Optik im Bild. Da ich meist mit den Marktleuten gern ein bissl plaudere (oder einen Ratsch halte, wie man hier sagt), bekomme ich auch für solche Herausforderungen immer den einen oder anderen Tip mit. Und netterweise immer auch auf Nachfrage das eine oder andere an Rezepten, die ich dann (etwas abgewandelt) ausprobiere. Diesmal ergab sich dabei der Tip zu den französischen Mini-Auberginen, die mir in weiss und violett in einem der Marktkörberln ins Auge gefallen waren. Nun muss ich zugeben, dass ich bei allem, was "Mini"-Gemüse heisst, in der Küche eher nicht zu haben bin. Zum einen wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses, zum anderen wegen meiner Skepsis an der Produktion, dem chi-chi-Touch, den ich daran nicht so besonders schätze und der immer präsenten Frage "Muss denn alles Mini sein?" und schmeckt es dann überhaupt (noch) oder ist das nur der Zielgruppenversuch, Diät-Fetischisten an das Produkt zu locken, weil klein immer auch mit "kann ja nicht viel ansetzen" assoziiert wird ?
Diesmal habe ich mich - zugegeben - in erster Linie aus fotografischen Gesichtspunkten zu einem Versuch hinreissen lassen, was nach dem Shoot aus den Minis und anderen farblich geeigneten Produkten des Marktes wurde, dazu dann an anderer Stelle mehr.




Zur Zeit bekommt man ihn wieder besonders zart und lecker - den Mangold.




Nicht nur klassisch, sondern auch in dekorativen Farben der Blattlinien, was sich besonders ansprechend macht, wenn man Gäste zu Tisch bittet und es ein wenig ausgefallener aussehen darf. Da sie beim Blanchieren aber die bunte Farbe verlieren, eignen sie sich - wenn man den Effekt bei Tisch verwenden will - eher als Dekoration (getrennt von Blumen (!!) , dafür lieber mit anderen geeigneten Zutaten aus der Küche, in Wasser gesteckt, dann kann man ihn nach der dekorativen Verwendung auch noch blanchieren und anderntags kulinarisch verwenden, z.B. als Mangold-Pfannen-Gemüse).

Mangold, (Blattmangold, Schnittmangold oder Rippenmangold, Stielmangold) gehört nicht zu Spinatsorten, sondern ist eigentlich eine Rübenart. Er lässt sich aber sehr gut auch pur oder in Rezepten anstelle von Spinat verwenden, wenn man den Geschmack von Spinat weniger mag.


Eines der leckeren Rezepte, für die er sich besonders eignet, sind die Mangoldröllchen an Basmatireis.




Sehr lecker ist aber auch eine Füllung mit Putenfleisch.
Mangold dazu putzen, blanchieren, den Strunkteil herausschneiden.

In einem Topf ein Stück Butter (ca 1-2 TL) zerlassen, sehr klein gewürfelte Zwiebeln anschwitzen, nach Geschmack 1-2 klein gewürfelte Knoblauchzehen dazugeben, Zwiebeln und Knoblauch aber nur glasig werden lassen, nicht bräunen, dann Reis dazugeben und kurz anschwitzen und dann mit der erforderlichen Menge Wasser angiessen und auf kleinerer Herdwärme garen, bis er duftet.


Bei den Zwiebeln habe ich diesmal nicht Schalotten oder die braunen Zwiebeln wie sonst genommen, sondern ein paar der sehr kleinen französischen rosa Zwiebeln, die mir beim Weg über den Markt in die Hände fielen. Sie sind würzig und haben einen sehr feinen Geschmack gerade in Verbindung mit dem Basmati.





In einer Pfanne klein gewürfelte Putenbrust oder Hühnchenfleisch mit etwas Oliven- oder Pflanzenöl, etwas frischem Thymian anbraten, mit Gemüsebrühe ablöschen, Flüssigkeit reduzieren lassen, etwas Schmand oder Sauerrahm darunter geben, dann den Reis darunter mischen, ggf. noch etwas Schmand oder Brühe dazugeben, da der Reis noch Flüssigkeit "anzieht", leicht salzen und mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen und beiseite stellen.

Mangoldblätter mit je ca 1 EL der Reis-Fleisch-Mischung füllen und aufrollen.




In einer Pfanne die Mangoldröllchen in wenig Öl anbraten (nicht braun werden lassen) mit etwas Weisswein oder Brühe angiessen, Flüssigkeit reduzieren lassen, dann Rahm daruntermischen und abschmecken.
Übrig gebliebene Füllung einfach mit in die Sauce geben und die Röllchen dann auf dieser anrichten, wie diese Mangoldröllchen, die mit Hackfleisch - hier eignet sich gemischtes Hack von Rind/Schwein ebenso wie solches von Geflügel, Lamm oder Wild - gefüllt wurden.



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Bildquellen für Nutzungsrechte, Leinwand- und Fotodrucke:
Mangold und Auberginen
M&M
Violet on Green
Französische rosa Zwiebeln

Vitaminreiche Linien

Mangoldröllchen an Reis
Mangold auf der Rolle
Mangoldröllchen
Vitallinien
Mangold putzen
Mangoldröllchen
Mangoldröllchen an Weissweinschaumsauce

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