Samstag, Dezember 22, 2007

Sweet Christmas





Die Adventszeit neigt sich dem Ende zu. Schade eigentlich, denn viel zu schnell sind dann die Feiertage wieder um, auf die wochenlang jeder sich vor-freut. Aber vielleicht sollte man das auch einfach wörtlich nehmen: VOR-Freuen.



Vorher darauf freuen, die Zeit davor geniessen und nutzen. Im Sinne des Advents besinnlich und bewusst geniessen, sich be-SINN-en, in diesen Wochen bis zum Heiligen Abend bewusst wahrnehmen, sich wieder bewusst werden und machen, was einem gut tut, was wichtig ist. Die Zeit einmal nutzen, um sich bewusst selbst zurück zu nehmen. Weniger ist manchmal mehr. Das kann man auch erfahren, wenn man gerade die Vorweihnachts-Kaufrausch-Zeit nutzt, um genau das Gegenteil zu tun von dem, was - angeblich oder tatsächlich ? - erwartet wird. Nicht einkaufen, sondern bewusst NICHT einkaufen gehen.





Es kann enorm erholsam sein, über Weihnachtsmärkte zu schlendern und nur zu kucken, nur mit den Standlinhabern zu plaudern, die Waren zu betrachten, aber nichts mitzunehmen.



"Das kann man doch nicht machen, die wollen auch was verkaufen, man kann doch nicht erst kucken und mit ihnen reden und dann vom Stand weggehen, ohne was gekauft zu haben ! Willst Du nicht doch irgendwas kaufen ?" fragte mich bei einer solchen Gelegenheit mal jemand, die bei einem solchen Bummel dabei war.



Ein Satz, der einem dann durch den Kopf geht ? Möglicherweise. Aber warum kann man das nicht? Warum sollte man ein schlechtes Gewissen haben, Dinge nicht zu kaufen, die man nicht braucht, nur weil es jemand anderer erwartet ? Es mag SEIN Bedürfnis sein, aber ist es das eigene ? Um ein schlechtes Gewissen zu beruhigen ? Weil man Zeit für ein Gespräch "gekostet" hat, ohne dass es mit einem Warengeschäft "belohnt wurde" ? Ist nicht gerade der Advent die Zeit, in der so gern daran erinnert wird, sich wieder Zeit für andere zu nehmen, für ein paar Momente des Gespräches ? Ich meine das gar nicht ironisch.



Business muss sein, natürlich. Freiberufler wissen am besten, dass ihr Blick immer und ständig darauf gerichtet sein muss, für das eigene Einkommen zu sorgen, das nicht regelmässig und gesichert auch anderntags vorhanden ist. Dienstleistung darf es dabei dann sowenig wie Waren umsonst geben. aber nichts hindert - auch in meinem Beruf - dennoch und nebenbei auch ein paar persönliche Worte und die Zeit dafür zu finden.



Und in keinem Geschäft, in keinem Business ist immer und mit jedem Gespräch auch ein Geschäftsabschluss verbunden. Sowenig man selbst dies erwarten und beANSPRUCHen kann, sowenig muss man selbst eine solche Erwartung erfüllen. Zeiten der Besinnung sind immer auch solche der Überprüfung von Werten und Wertigkeiten.




Um ihnen - wieder oder auch weiterhin - die Qualität und Inhalte zu geben, die dem eigenen Bedürfnis und Bedürfnissen entsprechen. SINNvoll sind. Derlei erfordert schlicht auch Auswahl. Sichten. Ansehen. Prüfen. Überprüfen. Hinterfragen. Nicht alles akzeptieren und fortführen und annehmen.




Manchmal weiter gehen. Um weiter zu kommen. Sich zu bewegen. Zu verändern. Wenn man nicht mehr, nichts anderes als gestern verlangt, warum sollte man mehr oder Besseres als gestern heute und morgen bekommen und erreichen ?



Was für einen selbst gilt, ist oft auch bei den Geschenken für und von anderen so. Welche und wieviele der Geschenke, die man im Leben den einzelnen Menschen verschenkt hat, bedeuten den Beschenkten wirklich und lange Freude? Die materiellen ? Und welche unter den materiellen waren gekaufte? Und welche der gekauften ?



Nach wie vor hat man den Eindruck dennoch, dass es eine Verpflichtung zu Geschenken zu geben scheint, die mehr Last, als Freude ist. Geschenke aber sind Gaben, die freiwillig und gerade ohne Erwartung und Verpflichtung und vor allem GERN gegeben und angenommen werden können sollten. Gerade in einer Zeit, in der so viele Menschen so wenig Geld haben, dass sie schon über das Jahr kaum über die Runden kommen, wäre es wert, dass gerade IHNEN dann nicht eine weitere Last anstatt von Freude in der Adventszeit und Weihnachtszeit auf den Schultern liegen sollte. Es kann ungemein erleichternd sein, KEINE solche Pflicht und Verpflichtung zu spüren, Geld auszugeben, das man schon gar nicht oder nicht zur Genüge hat. Sondern lieber gemeinsam zu backen, zu bummeln, einen Tee oder Glühwein zu trinken und wieder einmal einander zuzuhören und miteinander zu lachen - oder auch einfach nur zusammen zu sein. Weil man GERN zusammen ist. Ohne wenn und aber. Ohne Erwartungen. Einfach nur anzunehmen, was gegeben wird und gegeben werden kann. Gern und von Herzen. Und mit leichtem Herzen und nicht erleichterter, geleerter Brieftasche. Die sich dann so erstaunlich viel schwerer anzufühlen scheint, je leerer sie wird. Wer das nicht versteht oder gar übel nimmt, ist vielleicht nicht der Mensch, der leichte und leise Tage wirklich mit einem teilen sollte. Menschen, die einem wirklich nahe stehen, stehen jederzeit hinter und einem zur Seite. Und wenn sie einem gegenüber stehend die Hände ausstrecken, dann nicht um etwas in dieselben teuer verpackt gedrückt zu bekommen, sondern um einen herzlich zur Begrüssung und aus Freude zu umarmen.
Wer solche Menschen auch in diesen Weihnachtstagen um sich hat, wird sie geniessen können. So, dass der Heilige Abend und die beiden Feiertage dann *nur*, aber eben auch der genussvolle Schlusspunkt werden.

Genussvoll natürlich auch im kulinarischen Sinne. Was gibt es Schöneres, als gerade an den Weihnachtstagen dann gemütlich und gemeinsam in der Küche nicht nur gemeinsam Plätzchen zu backen, sondern auch sonst schon bei den Vorbereitungen für das festlich-gemütliche Essen zusammen zu schnibbeln, zu schneiden, zu plaudern, zu rühren, ein bisschen zu naschen. Am gemütlichsten Ort, der behaglich mit den leckeren Düften und Aromen in Weihnachtsstimmung versetzt ?



In meiner Küche duftet es dann nach dem Weihnachtspunsch, der im grossen Topf bereits frühmorgens angesetzt wird und fruchtigaromatisch später nur sacht erhitzt wird, wenn die Gäste kommen - am See im Blauen Land aus der Schneekälte, bei der Ankunft oder später nach dem Spaziergang in der blauen Dämmerung, in welcher der weisse Schnee so funklend bläulich glitzert oder auch nach der Christmette, wenn man den Hang herauf zur Wohnung und zu dem Kachelofen zurückkehrt und sich auf eine heisse Tasse mit weihnachtlichen Aromen im Punsch freut und den stillen Ausklang der Weih-Nacht. Dann tut dieser Punsch gut.



Das Rezept habe ich von einem fast 90-Jährigem übernommen, aber etwas weniger süss abgewandelt - 1 Pfund Zucker ist auch bei den übrigen Mengenangaben einfach zuuuuuu süss.





Seit Jahren "brauche" ich diesen himmlischen Punsch an Weihnachten und Sylvester wie folgt:

1 Flasche guten Rotwein (ein Chianti ist dafür zB sehr gut geeignet)
1 l starker schwarzer Tee (Assam oder Ceylon oder Ostfriesenmischung)
200-300 ml Rum
500 -700 ml Saft frisch ausgepresster Orangen
Saft von 5 ausgepressten Zitronen
1/2 TL Kardamom
1 -2 TL Zimt
Mark und Schoten von 2 Vanillestangen
2 Nelken
2 Sternanis
Zucker nach Geschmack

einmal gemeinsam aufkochen lassen und dann sachte auf kleiner Hitze 20 Minuten ziehen lassen, abdecken und stehen lassen bis zum Servieren, kurz vorher bei mässiger Temperatur langsam erhitzen, nicht kochen lassen.



In diesem Jahr gibt es dazu eine neue Creation von Trüffeln. Die Zubereitung ist absolut einfach.
Zutaten:
400 g Kuvertüre zartbitter
300 ml Sahne
25 g Butter
2 leicht gehäufte TL Kardamom gemahlen
2 TL Instantkaffeepulver
1 Msp. Zimt gemahlen
3 EL Rum oder Whiskey
rötlicher dunkler Kakao zum Bestäuben der Trüffel

Auflaufform mit Alufolie auslegen, damit die erkaltete Ganache später leicht herausgehoben werden kann.


Kuvertüre in Stücke zerteilen, mit der Butter in eine Teig- oder andere Schüssel geben
Kardamom, Kaffeepulver und Zimt in einen Topf geben, mit dem Schneebesen vermischen und kurz leicht erwärmen, damit sich die Aromen leicht duftend entfalten, dann Sahne dazugiessen und einmal aufkochen lassen.
Dann die aromatisierte Sahne über die Kuvertüre giessen und mit dem Schneebesen die Kuvertüre in der heissen Sahne rührend auflösen, zuletzt den Rum oder Whiskey darunterrühren.
Ganache in die Auflaufform giessen und mit Klarsichtfolie abdecken und zum Kühlen in den Kühlschrank stellen.



Sobald die Masse festgeworden ist, aus dem Kühlschrank nehmen, mit der Alufolie aus der Form heben und den Ganachblock in Würfel teilen. Das geht am leichtesten, wenn man das Messer zwischendurch immer wieder in ein Gefäss mit sehr heissem Wasser taucht.




Die Würfel in eine Schüssel mit Kakaopulver geben, darin wenden und dann auf einem Teller ablegen.



Die Würfel bis kurz vor dem Servieren mit Klarsichtfolie abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.





Einige Minuten vor dem Servieren herausnehmen, da sie etwas kühler als Zimmertemperatur den feinsten und aromatischsten Geschmack entfalten. Sie passen gut zu Espresso, Kaffee, Tee aber auch zu Punsch und Glühwein oder einem trockenen Rotwein.



Und - nebenbei - sind sie ein wunderbares Mitbringsel für LIEBE Weihnachtsmenschen und Weihnachtsgäste.

Allen lieben Buddies und Hereinblinzlern von Herzen ein wunderbares und schönes Weihnachtsfest !!!

Liz


© Copyright by Liz Collet

Kardamomtrüffel
Weihnachtstrüffel
Truffes
Kardamomtrüffel mise en place

Cucina de Light

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